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20 Jahre zum Wohle der Abteistadt

Die Mitglieder der Initiative Frauenschuh Hedwig Görres (links), Monika Rolef, Klara Dahmen, Adelheid Mayer, Heike Biermann, Hanna Heller und Andrea Triendl spenden zum 20-jährigen Bestehen der Gruppe neue Altartücher für die Basilika. TV-Foto: Frank Auffenberg
Die Mitglieder der Initiative Frauenschuh Hedwig Görres (links), Monika Rolef, Klara Dahmen, Adelheid Mayer, Heike Biermann, Hanna Heller und Andrea Triendl spenden zum 20-jährigen Bestehen der Gruppe neue Altartücher für die Basilika. TV-Foto: Frank Auffenberg
Prüm. Wie die Zeit vergeht: Seit 20 Jahren engagiert sich die Initiative Frauenschuh für ein liebens- und lebenswertes Prüm. In den zwei Jahrzehnten ihrer Arbeit haben die sieben Damen deutliche Spuren in der Abteistadt hinterlassen. Frank Auffenberg

Prüm. Ob Weihnachtsbaum oder Osterei auf dem Hahnplatz, der Ausbau des Karolingerwegs oder die Wahl zur Prümer "Frau des Jahres": Passiert etwas Besonderes in der Karolingerstadt, ist die Chance groß, dass die Damen der Initiative Frauenschuh dabei ihre Finger im Spiel haben - und das schon seit 20 Jahren
Als unabhängiger Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen wurde die heute siebenköpfige Gruppe 1994 gegründet. Der Name bezieht sich auf eine heimische Orchideenart. Unter dem griffigen Motto "Prüm zuliebe" setzen sich die Frauen seitdem mit unzähligen Aktionen für eine liebens-, lebens- und wohnenswerte Waldstadt ein.
Zwei Jahrzehnte nach den ersten Schritten ist die Initiative dabei noch immer so aktiv, wie zu Gründungstagen. Sie ist zu einer festen Größe und einer der Triebfedern im gesellschaftlichen Leben Prüms herangewachsen.
Anfänge liegen im Stadtrat


"In all den Jahren ist sehr viel geschehen. Mir fällt es somit schwer, eine Aktion hervorzuheben", sagt Gründungsmitglied und Mitinitiatorin Monika Rolef. Die Idee, engagierte Frauen in einer Gruppe zusammenzubringen sei 1994 im Umfeld der Freien Wählergruppe im damaligen Stadtrat entstanden. "Ich führte damals schon einige Jahre lang Besucher durch die Basilika, interessierte mich für die Geschichte Prüms. Ich wollte unbedingt etwas für die Stadt tun. Die Enkel und Kinder waren groß, die Zeit war also da. Mitstreiterinnen musste ich nicht lange suchen", sagt Rolef.
"Erst war gedacht, alle Ratsfrauen irgendwie zusammen zubringen. Das hat leider aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Aber am Ende stand die Initiative Frauenschuh und alles fing ganz klein an", sagt sie. Mit der Gästebegrüßung durch Heike Biermann habe man die ersten Schritte gemacht - danach nahm die Arbeit der Damen schnell Fahrt auf (siehe Extra).
In einem Pressegespräch fasste man nach dem ersten Arbeitsjahr die noch heute gültigen Ziele zusammen. Die Gruppe wolle für Prüm und seine Stadtteile die Lebens- und Wohnqualität erhalten und verbessern. Ebenso solle ein sauberes und gepflegtes Stadtbild sowie der Tourismus und das Brauchtum gepflegt werden. Und das alles stehe unter der Losung: "Nicht nur reden, sondern selbst tätig werden."
Basilika besonders verbunden


Eine besondere Rolle im Wirken der Initiative Frauenschuh hat seit den Gründungstagen die Basilika und besonders ihr Erhalt eingenommen. "Wir setzen uns schon von Anfang an für sie ein", sagt Rolef. Regelmäßig wird für die Instandhaltung gesammelt.
Allein im ersten Jahrzehnt kamen 40 000 Euro zusammen. Mit kleineren Aktionen, wie beispielsweise dem Legen eines Erntedankteppichs oder dem jährlichen Adventsbasar, bringen sich die Frauen auch aktiv ins Gemeindeleben ein - wohlgemerkt immer mit Blick auf den Erhalt der St.-Salvator-Basilika. "Pastor Christian Müller und die Pfarrei unterstützen uns immer sehr gut dabei", betont Rolef.
Um dieser Verbundenheit Ausdruck zu verleihen, habe man auch beschlossen, zum 20-Jährigen der Katholischen Pfarreiengemeinschaft fünf neue Decken mit Spitzenstickereien für die Altäre der Basilika zu spenden.Extra

Die 1994 gegründete Initiative Frauenschuh hat in 20 Jahren deutliche Spuren in Prüm hinterlassen. Jüngster Verdienst: Prüms Zusatzname Karolingerstadt. Auf Beschluss des Stadtrats und Anregung der Damen wurde der neue Beiname beim ersten Prümer Maibowlenfest ausgerufen. Auch die Einrichtung des Karolingerwegs auf dem Gerberweg mit Skulpturen des Irrhausener Bildhauers Peter Weiland ist ein Verdienst der Frauen. Sie ließen auch das Denkmal für das Prümer Original "Zömmisch Kätchen" (Katharina Zimmer) sowie unzählige Bänke im Prümer Stadtgebiet und auf Wanderwegen errichten. Eines der größten Projekte ist zudem die unregelmäßige Verleihung des Preises "Frau des Jahres". Mit ihm sollen Frauen für herausragendes soziales Engagement geehrt werden. Die bisherigen Preisträgerinnen: Elisabeth Pütz, ehemals Leiterin des Kurcenters, Pfarrhaushälterin Maria Kiefer, die Franziskanerinnen des Prümer St.-Joseph-Krankenhauses, die Frauen der Kleiderkammer, die Mitglieder des Katholischen Deutschen Frauenbunds Prüm, Hedy Kirsch (Studienrätin), Martina Kempff (Schriftstellerin) und Krankenschwester Elisabeth Porten sowie Beate Heck. aff

Bildhauer Peter Weiland (links) und Monika Rolef als Bertrada (rechts) weihen die Skulptur des Abts Regino ein. TV-Foto: Archiv/Fritz-Peter Linden
Bildhauer Peter Weiland (links) und Monika Rolef als Bertrada (rechts) weihen die Skulptur des Abts Regino ein. TV-Foto: Archiv/Fritz-Peter Linden