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Glaube im Alltag
Auferstehung konkret

„Ostern – die freien Tage nehme ich gerne mit“. „Jesus ist an Ostern geboren.“ „Was wäre Ostern ohne Osterhasen.“ „Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben.“

Alles Aussagen, die ich auf die Frage, was an Ostern denn wichtig sei oder was Ostern bedeute, bekommen habe.

Das macht mich nachdenklich. Und ein Blick in andere Länder, etwa Schottland, zeigt: Dort sind Karfreitag und Ostermontag normale Arbeitstage. Da wird dann von den Gläubigen ein ganz anderes Engagement gefordert, wenn sie an einem Gottesdienst teilnehmen wollen. Das geht nämlich dann entweder in der Mittagspause oder nach Feierabend. Und wem nichts daran liegt, der macht weiter wie jeden Tag.

Diese Unterbrechung des Alltags aber, die wir in Deutschland an diesen Feiertagen noch haben und auch gerne in Anspruch nehmen, fordert uns auch heraus, darüber nachzudenken:

Was soll das denn? Diese freien Tage, diese Gottesdienste? Bedeutet Ostern etwas für mein Leben? Für meinen Alltag? Oder höchstens, wenn ich sterbe, nur mit Blick auf meinen Tod?

An Ostern bedenken und feiern wir Christen, beginnend mit Gründonnerstag (Gemeinschaft, Danksagung, Hineinnehmen Gottes in unseren Alltag) über Karfreitag (Verrat, Hingabe, Leiden, Tod) und Karsamstag (Stillstand, Lähmung, Hoffnungslosigkeit), alle Facetten des menschlichen Lebens. Ostern gibt mit der Auferstehung Jesu den Hinweis, dass Leben nicht endet.

Dass der Tod nicht das letzte Wort ist. Eine Erfahrung, die ich, so glaube ich fest, bei meinem eigenen Tod machen werde. Mein Leben wird mir nicht genommen, es wird gewandelt, verändert.

Aber die Osteraussage wirkt auch in mein aktuelles Leben hinein. Die Rede von der Auferstehung von den Toten heißt für mich grundsätzlich: Nichts in meinem Leben ist wirklich zu Ende.

Da, wo ich keinen Ausweg mehr zu sehen glaube, ist immer noch ein „Weiter“, ein Neuanfang, ein Auf-(er)-stehen zu einem veränderten Leben möglich. Auch das habe ich schon persönlich erlebt und bei anderen erfahren.

So wirkt (der Glaube an) die Auferstehung der Toten nicht nur über das Sterben in die Ewigkeit, sondern strahlt auch ins irdische Leben hinein.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne gesegnete Ostern – ein Fest der Auferstehung!

Johannes Eiswirth, Geschäftsführender Dekanatsreferent, Dekanat St. Willibrord Westeifel