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Tourismus
Turmhohe Erwartungen: Neue Ideen fürs Erholungsgebiet am Schwarzen Mann

Schluss- und Höhepunkt des barrierefreien Baumwipfelpfads an der Saarschleife: Der Aussichtsturm.
Schluss- und Höhepunkt des barrierefreien Baumwipfelpfads an der Saarschleife: Der Aussichtsturm. FOTO: Fritz-Peter Linden
Prüm. Macht mal was draus: Barbara Hiltawski, SPD-Chefin im Verbandsgemeinderat Prüm, wünscht sich von Kommunalchef Aloysius Söhngen mehr Aktivität und Ideen fürs Erholungsgebiet am Schwarzen Mann. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Zum Beispiel der Aussichtsturm hoch über der Saarschleife: Im Sommer vor zwei Jahren gebaut, hat sich die Konstrution, auf die man barrierefrei über den ebenfalls noch jungen Baumwipfelpfad gelangt, zur Attraktion entwickelt. Die spektakuläre Anlage hat allerdings auch 4,7 Millionen Euro gekostet.

Wäre das auch etwas für das Freizeitgebiet Schwarzer Mann in der Verbandsgemeinde (VG) Prüm? Irgendwas muss her – das hatte auch VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen (CDU) vor einigen Wochen im TV gesagt. Damals berichteten wir über das zunächst gescheiterte Vorhaben der Kommune, den Turm der ehemaligen US-Radarstation zum Aussichtspunkt umzurüsten.

Mehr Ideen für den Schwarzen Mann: Barbara Hiltawski von der SPD.
Mehr Ideen für den Schwarzen Mann: Barbara Hiltawski von der SPD. FOTO: Fritz-Peter Linden

Geht aber nicht, unter anderem wegen fehlender Statikberechnungen. Die VG plant neu, sieht sich nach anderen Möglichkeiten um, ein Turm soll aber auf jeden Fall her. Und andere Dinge, die mehr Besucher ins waldreiche Erholungsgebiet locken können.


Höhepunkt des barrierefreien Baumwipfelpfads an der Saarschleife: Der Aussichtsturm.
Höhepunkt des barrierefreien Baumwipfelpfads an der Saarschleife: Der Aussichtsturm. FOTO: Fritz-Peter Linden

Für Barbara Hiltawski, SPD-Sprecherin im Verbandsgemeinderat, zugleich Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Prüm, ist das aber alles noch zu wenig – weshalb sie Söhngen gern auf die Sprünge helfen möchte.

Ein Turm? „Nichts dagegen“, sagt sie, „auch wenn das Geld kostet. Das würden wir als Fraktion alles unterstützen. Nur: Es muss mal was Richtiges mit Nägeln und Köpfen gemacht werden.“

Es gehe ihr vorrangig darum, „dass am Schwarzen Mann zu wenig los ist“. Das gilt einerseits für das Wintersportgebiet: Denn wenn der Schnee nicht zuverlässig fallen will, kommen auch kaum Skifahrer, Rodler oder Langläufer – und kehren dann auch nicht im Blockhaus ein. „Wenn Schnee liegt, funktioniert es sehr gut. Aber was ist in der übrigen Zeit?“ Es werde eben das gesamte Jahr über zu wenig geboten, um Besucher ins Gebiet zu bringen.

Zwar sei das eine oder andere diskutiert worden – Kletterwand, Sommerrodelbahn – „es kommt aber nichts dabei heraus“. Andere Regionen seien da aktiver, siehe Saarschleife, siehe den Erbeskopf im Hunsrück. „Ich denke nicht, dass Wanderwege reichen, um regelmäßig Einnahmen zu bringen.“ Und nein, es gehe nicht darum, „Menschenhorden“ durch die Wälder zu treiben. „Aber man muss regelmäßig etwas anbieten. Für alle Generationen.“

Eine Kletterwand sei da ohnehin zu wenig – aber ein Kletterwald könne eine solche Attraktion sein. Oder Planwagenfahrten, wie sie Bleialfs Ortsbürgermeisterin Edith Baur vorgeschlagen habe. Rund um das Schneifeldorf seien immerhin Hinweisschilder auch auf Niederländisch montiert worden. Das sei gut, aber eben nur eine punktuelle Angelegenheit – „es geht dann nicht weiter“.

Und dann spricht sie das Helmut-Schmidt-Tabuwort aus: „Man muss Visionen haben“, sagt Barbara Hiltawski. Die sehe sie bei Söhngen und der CDU eher nicht: „Das Tagesgeschäft ist gut, die Visionen fehlen. Und da wir uns jetzt (nach der gescheiterten Fusion mit der Oberen Kyll, Anm.) nicht mehr mit der Kommunalreform beschäftigen müssen, sind ja Kapazitäten frei.“

Gut und schön, findet Aloysius Söhngen. Aber am Schwarzen Mann „gehört nichts der Verbandsgemeinde Prüm, kein Quadratzentimeter Land. Und das ist nun einfach einmal ein Wander- und Skigebiet.“ Und es sei ja bereits einiges an Verbesserungen geschehen, „ich erinnere nur an den Moorepfad, den Westwall-Wanderweg und einige Dinge mehr“. Zudem sei man gerade dabei, in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Nordeifel Trekking-Plätze für Wanderer einzurichten, die dann dort im Zelt übernachten können. „Wir werden das im Frühjahr vorstellen. Und an der Turmgeschichte bleiben wir weiter dran. Aber wir sind für weitere, konkrete Vorschläge offen.“ Was es darüber hinaus an Möglichkeiten und Ideen gebe, sei noch nicht spruchreif.