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Kraftvoller Rock und Blues mit Gefühl

Sorgte mit kraftvollen Rocknummern für Begeisterung: Steve Schuffert. Foto: Hermann Pütz
Sorgte mit kraftvollen Rocknummern für Begeisterung: Steve Schuffert. Foto: Hermann Pütz
FREUDENBURG. (hpü) Nicht nur in den USA zählt er zu den Besten seines Genres, und im "Ducsaal" ist er inzwischen gern gesehener Stammgast: Steve Schuffert. Gemeinsam mit seiner Band erteilte der charismatische Musiker dem Freudenburger Publikum erneut eine Lektion zum Thema Blues-Rock.

Wer glaubt, die gute alte Rockmusik sei inzwischen tot, der sollte hin und wieder seinen Weg in Richtung "Ducsaal" einschlagen. Dort nämlich geben sich schon seit Jahren etablierte Vertreter des Genres die Türklinke - oder besser: das Mikrofon - in die Hand. Auch Steve Schuffert und seine Kollegen Pete Tomarakos und Matt Carmichael haben bereits mehrfach auf der Ducsaal-Bühne gestanden und für Begeisterung gesorgt - was kaum verwundert, denn die nach ihrem Sänger und Gitarristen Schuffert benannte Combo gilt als eine der besten Blues-Rock-Bands der US-amerikanischen Südstaaten. Die drei Ausnahmemusiker sind wohl auch deshalb gern gesehene Gäste im Ducsaal, weil sie erfahrungsgemäß für ein volles Haus sorgen. Das war auch beim jüngsten Besuch der "Steve Schuffert Band" in Freudenburg nicht anders.Groove, Energie und Emotionen

Während annähernd drei Stunden zelebrierte das Trio mit Hingabe seine aus groovenden, energiegeladenen und mit gefühlvollem Blues abgestimmten Rocknummern. Schnell wurde klar, weshalb die Akteure ihren Stil selbst als "powerful Rock'n'Roll based on Blues" (auf dem Blues basierter, kraftvoller Rock'n'Roll) bezeichnen. Der Funke sprang ruckzuck aufs Publikum über und zwar bis in den hintersten Winkel des Ducsaals. Ohne seine technische Brillanz auf der Gitarre übertrieben zur Schau zu stellen, geizte Band-Chef Steve Schuffert dabei nicht mit Soli. Und der für den Rhythmus zuständige Matt Carmichael bewies, dass er durchaus imstande ist, den Saal auch ohne das Zutun seiner Kollegen zu unterhalten. Während eines knapp 15-minütigen "Alleingangs" sorgte der Schlagzeug spielende Nachfahre deutscher und schottischer Auswanderer dafür, dass so mancher Unterkiefer erstaunt in Richtung Boden klappte und für eine ganze Weile dort unten blieb. Ob mit Stöcken oder bloßen Händen - auch Carmichael scheint ein Meister seines Fachs zu sein.Seit März auf Deutschland-Tour

Seit März sind Schuffert, Carmichael und Bassist Pete Tomarakos auf Clubtour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, bevor es Mitte Mai wieder über den großen Teich zurück in die Heimat geht. Dort haben die drei US-Jungs in den vergangenen 15 Jahren - so lange stehen sie zusammen auf der Bühne - schon mit Musikgrößen wie Stevie Wonder und John Bon Jovi zusammengearbeitet. Außerdem stehen bereits etliche Longplayer der Band in den Plattenläden. Steve Schuffert und Co. haben im Freudenburger Ducsaal nicht nur eindrucksvoll bewiesen, dass die gute alte Rockmusik noch lange nicht tot ist, sondern auch, dass es sich selbst aus kleinsten Verstärkeranlagen und auf engstem Raum in vollendeter Perfektion rocken lässt.