| 21:56 Uhr

Von James Bond bis Whitney Houston

Dirigent Edwin Fell (rechts) kann mit dem Jugendorchester eine gute Zukunft des Musikvereins Saarburg gewährleisten. Dies beweist er beim Jahreskonzert des Vereins. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Dirigent Edwin Fell (rechts) kann mit dem Jugendorchester eine gute Zukunft des Musikvereins Saarburg gewährleisten. Dies beweist er beim Jahreskonzert des Vereins. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Die Zeit der reinen Märsche und Polkas scheint vorbei zu sein, jedenfalls beim Musikverein Saarburg. Im Jahreskonzert bewiesen drei Generationen von Musikern neue Ideen und mehr Vielfalt der Klänge. Die Zuhörer mussten jedoch ein wenig in Filmmusik bewandert sein.

Saarburg. (doth) Der Musikverein Saarburg zeigte vor über 300 Zuhörern in der Stadthalle, dass neue Ideen ein Jahreskonzert erst richtig interessant machen. Dirigent Edwin Fell stehen 36 Aktive zur Verfügung, für die hohe Qualität und ein wenig Klamauk kein Widerspruch sind. "Seit Herbst vergangenen Jahres haben wir an diesem Konzert geprobt", verriet Vorsitzender Dietmar Becker dem Trierischen Volksfreund. Er führte kompetent durchs Programm.

Orchester-Mitglieder zwischen zehn und 76 Jahren



Musiker aus drei Generationen, zwischen zehn und 76 Jahren alt, wagten sich an schwere bis sehr schwere Stücke. Erstmals wirkten die Sängerin Andrea Hagen und der Pianist Hans-Dieter Höllen mit. Die Sopranistin Andrea Hagen, die in Saarburg bislang eher in der sakralen Musik Furore gemacht hat, und der Leiter der Kreismusikschule, Hans-Dieter Höllen, verliehen dem Jahreskonzert ein völlig neues Klangbild.

Viele Stücke des Konzerts stammen aus berühmten Filmen wie dem James-Bond-Streifen "Die Welt ist nicht genug" oder dem Film "Bodyguard", in dem Whitney Houston dem Dolly-Parton-Titel "I will always love you" zu erneutem Weltruhm verhalf. Sängerin Hagen hatte einen kleinen Verstärker und zwei Lautsprecher mitgebracht, leider nicht gerade von bester Klangqualität, sonst wäre ihre dynamisch-umfangreiche Stimme noch wesentlich näher ans Original herangerückt.

Das Jugendorchester mit mehr als 20 Musikern, die Zukunft des Vereins, gibt es erst seit 2007. Mit "I do it for you" von Bryan Adams aus "Robin Hood" war auch hier erst einmal Filmmusik zu hören. Tschaikowskys akustisches Schlachtengemälde "1812" wurde tüchtig durch den Kakao gezogen. Der Nachwuchs kann sogar gekonnt falsch spielen. Höhepunkt des Abends war das "Warschauer Konzert" von Richard Addinsell, bei dem Pianist Hans-Dieter Höllen mit dem Orchester weit in den symphonischen Bereich vorstieß. Da fehlten eigentlich nur noch die Geigen, aber nicht der begeisterte Applaus des Publikums. "Die trauen sich ja an richtig große Sachen ran", staunte Sarah Derubecker, die aus dem saarländischen Wallerfangen gekommen war, um der Verwandtschaft im Jugendorchester zu lauschen. "Das ist nicht mehr die reine Blasmusik, aber dennoch sehr interessant", urteilte Helmut Esslinger aus Körrig, selbst aktiver Blasmusiker, der die Experimentierfreudigkeit der Saarburger Kollegen lobte.