Tourismus: Gäste kommen trotz Krise in Scharen

Tourismus: Gäste kommen trotz Krise in Scharen

Die Wirtschaftskrise scheint sich in Trier, an der Mosel und an der Saar bisher nicht negativ in der Tourismusbranche niederzuschlagen. Anders ist das in der Eifel und in Teilen des Hunsrücks: Hier blieben die Gästezahlen teils deutlich unter den Vorjahrjahreswerten.

Trier. (wie) Ohne die Niederländer sähe es in der Eifel womöglich noch düsterer aus. Sie machen den größten Anteil der ausländischen Touristen in Rheinland-Pfalz aus. Auf die Gäste aus dem Nachbarland entfielen bis Oktober 1,9 Millionen von insgesamt rund 19 Millionen Übernachtungen im Land - ein Plus von etwas mehr als fünf Prozent. Doch ansonsten blicken die Touristiker im Land und in der Region eher mit einem weinenden Auge auf das gerade vergangene Jahr zurück. Zwar liegen beim Statistischen Landesamt noch keine endgültigen Zahlen für 2009 vor. Doch die ersten zehn Monate des Jahres zeigen, dass Teile der Region zu den Verlierern gehören. Allein in der Eifel ist die Zahl der Gäste um fast fünf Prozent auf 780 467 zurückgegangen - ohne den nach wie vor gut besuchten Wanderweg Eifelsteig wäre der Einbruch womöglich sogar noch größer ausgefallen. Auch in den Hunsrück kamen bis Oktober deutlich weniger Touristen, die Zahl ging auf 269 402 (ein Minus von 3,6 Prozent) zurück. In und um Morbach gehen die Tourismusexperten allerdings davon aus, dass sie vom Wandertrend profitiert haben: Bis Ende August wurden in der Hunsrückgemeinde acht Prozent mehr Gäste gezählt als im gleichen Zeitraum 2008. Einen Grund für das Plus sehen die Experten in dem neuen 184 Kilometer langen Wanderweg Saar-Hunsrück-Steig. Auch aus Hermeskeil und Kell werden wegen des Steigs mehr Übernachtungsnachfragen gemeldet. Im nur wenige Kilometer entfernten Thalfang hat sich der Trend zum Wandertourismus anscheinend jedoch nicht ausgewirkt. Im ersten Halbjahr 2009 meldete die Urlaubsregion Thalfang am Erbeskopf rund drei Prozent weniger Gäste.

Gewinner bei den hiesigen Ferienregionen sind Mosel und Saar. Dort stiegen die Gästezahlen um 3,5 Prozent auf rund 1,8 Millionen. Auch in Trier gehen die Touristiker davon aus, dass es keinen Rückgang bei den Gästezahlen gibt. Hans-Albert Becker, Leiter der Touristinformation, schätzt, dass die Zahl ähnlich hoch sein wird wie 2008 - damals wurden 715 000 Gäste gezählt. Dass die Urlauber mehr sparen als früher, zeigt sich vor allem bei der Wahl der Unterkünfte. Statt in Hotels (minus zwei Prozent) übernachteten die Touristen in Rheinland-Pfalz lieber in Privatunterkünften, kleinen Pensionen oder Gasthöfen.

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