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47 Gläser Viez in drei Stunden

47 Gläser Viez in drei Stunden

Bei einer Verkostung der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) Mosel und Rheinpfalz in der Domäne Avelsbach hat eine Experten-Jury die Produkte von 45 regionalen Viez-Erzeugern getestet. Prämiert wurden die besten 14 Vieze vom Saargau bis zur Mittelmosel.

Trier. (cweb) "Dieser hier ist fehlerfrei, hat aber zu viel Kohlensäure", sagt Peter Greif aus Tawern-Fellerich. Er ist einer von neun Testern, die sich in der Domäne Avelsbach zur Viezverkostung der DLR Mosel und Rheinpfalz versammelt haben. In der Staatlichen Weinbaudomäne schwenken die Verkoster fachmännisch ihre Gläser, probieren ein paar Schlucke, schließen prüfend ihre Augen. Ihre Punktzahl notieren sie sorgfältig auf dem Prüfbogen. Geruch, Geschmack und Harmonie der Vieze sind zu bewerten, die Noten reichen von null (ungenießbar) bis fünf (hervorragend).

"Probe 21 ist sehr sauer, neun Punkte", urteilt Jürgen Schmidt vom DLR Rheinpfalz. Insgesamt muss die Jury heute die Qualität von 47 Viezen prüfen, die zuvor bereits im Labor getestet wurden. "Diese Menge ist schon heftig", gibt der Jury-Vorsitzende Gerd Scholten vom DLR Mosel zu. "Aber es dient ja einem guten Zweck." Eine "tolle Werbung" sei die Prämierung für die Produzenten, für "Vieztrinker" liefere sie eine "gute Richtschnur".

Zur gemischten Jury gehören neben Fachleuten der DLR-Abteilung Weinbau und Oenologie auch vier Wettbewerbs-Teilnehmer. "So sehen die Produzenten, dass bei der Verkostung alles korrekt abläuft", erklärt Scholten und fügt schmunzelnd hinzu: "Seinen eigenen Viez hat bisher noch keiner erkannt."

Für Viez-Erzeuger Rudi Müller aus Pluwig, regelmäßiger Teilnehmer der Verkostung, ist die Tester-Rolle eine interessante Erfahrung: "So bekomme ich einen guten Überblick, wo ich selbst mit meinem Viez stehe." Auch Verkoster Hanspitt Weiler lobt die Veranstaltung: "Viez ist ein Trierer Kultgetränk. Da ist Qualitätsprüfung genauso wichtig wie beim Wein."

Von herausragend bis wenig überzeugend



Drei Stunden dauert die Verkostung, am Ende gibt es nicht nur einen, sondern 14 Sieger. Der Jury-Vorsitzende Gerd Scholten zieht ein positives Fazit: "Die Bandbreite zwischen sehr gut und wenig überzeugend war diesmal zwar recht groß. Es waren aber auch viele Neulinge dabei." Unter den Siegern seien zudem wieder "einige wirklich herausragende Vieze". Extra: Die prämierten Viez-Hersteller aus der Siegergruppe sind: Abtei Himmerod (Himmerod), Peter Bauer (Morbach), Thomas Benzmüller (Mülheim), Lucia Biewers (Fellerich), Arnold Bund, (Riol), Erzeugergemeinschaft Marx/Scheuer (Trier-Irsch), Johann Frieden (Nittel), Peter Greif (Tawern-Fellerich), Heinz Haubrich (Newel), Helmut Kohl (Lorscheid), Ewald Leinweber (Nittel), Rudi Müller (Pluwig), Stefan Samson (Merzkirchen), Herbert Wahlen (Trier). (cweb)