Die Klostermauer kommt bald wieder

Die Klostermauer kommt bald wieder

Gestapelte Schulcontainer hatten während der Sanierung des Auguste-Viktoria-Gymnasiums seit 2011 die Sicht auf die Welschnonnenkirche verstellt. Inzwischen sind die Kästen verschwunden und bald wird die Kirche wieder von einer Klostermauer umringt sein, hinter der sich dann der neue AVG-Schulhof befindet.

Trier. Fast fertig renoviert präsentiert sich die Welschnonnenkirche im Trierer Zentrum. Dank vieler Sponsoren und Einzelspender ist es ihrer Eigentümerin, der Marianischen Bürgersodalität von 1610, gelungen, den drohenden Verfall des kleinen historischen Gotteshauses zu verhindern. Die Kirche war Teil eines Klostergeländes, das heute weitgehend in städtischem Eigentum ist. Dazu zählt auch das benachbarte ehemalige Klostergebäude, heute das Auguste-Viktoria-Gymnasium (AVG). Aus Richtung Glockenstraße hatten aufgestapelte Klassencontainer fünf Jahre lang das historische Bild gestört.
Kosten: 450 000 Euro


Das ist inzwischen Vergangenheit - stattdessen laufen zurzeit Bauarbeiten auf dem Areal im Dreieck zwischen Sichel- und Flanderstraße. Noch sind dort die Stadtwerke Trier mit der Verlegung neuer Versorgungsleitungen am Zuge. Davon zeugen die Stapel blauer Trinkwasserrohre.
Die weiteren Schritte erläuterte der beauftragte Architekt Christoph Heckel vom Trierer Büro BGH Plan in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Trier-Mitte/Gartenfeld: Bauherr des rund 450 000 Euro teuren Projekts ist die Stadt, hierbei federführend das Amt für Gebäudewirtschaft Trier. Vorgesehen ist, die Fläche im Dreieck Sichel-/Flanderstraße als neuen AVG-Schulhof zu gestalten, wodurch der alte, beengte Innenhof des AVG seine Pausenhoffunktion verliert. Seine Fläche soll erneuert werden, die dort bestehende Bepflanzung bleibt erhalten und wird erweitert. Zur Flanderstraße hin kann das Areal aufgewertet werden durch einen neuen Schulgarten, zusätzliche Lehrerparkplätze, einen Fahrradabstellplatz und einen barrierefreien Zugang. Der Platz an der Welschnonnenkirche wird zum neuen Schulhof umgestaltet. Laut Architekt Heckel ist eine weitgehend unversiegelte, mit Splitt abgedeckte Oberfläche vorgesehen, die Regenwasser durchsickern lässt. Ein kleiner Bereich soll als Spielfläche befestigt werden. Hinzu kommt die übliche Schulhofmöblierung mit Sitzgelegenheiten, dazu grüne Pflanzbeete und eine Baumreihe parallel zur Sichelstraße. Besonders viele Trie rer freut heute der ungewohnt freie Blick aus Richtung Glockenstraße auf die Welschnonnenkirche. Grund: Die historische Klostermauer aus dem 18. Jahrhundert ist verschwunden - ihre Substanz war laut Architekt Heckel hinfällig und wäre nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand sanierbar gewesen. Heckel: "Doch die Mauer muss wieder neu errichtet werden. Die Denkmalpflege besteht auf dem Erhalt des ehemaligen Klosterumfelds in seiner historischen Form."
So wird also die alte Mauer wieder als Neubau die Welschnonnenkirche umranden. Der Zeitplan sieht vor, dass Schulhof und neue "historische" Klostermauer mit Ende der Osterferien im April 2017 fertiggestellt sind.