1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Einkehr bei Marx und Fischers Maathes

Einkehr bei Marx und Fischers Maathes

Mit Geschichten, Musik zum Mitsingen und Schweicher Weinen geht "Literatur und Weinkultur" in die siebte Runde

Schweich Wolfgang Keil, Präsident der Stefan-Andres-Gesellschaft Schweich (siehe Extra), versprach kulturhistorische wie sozialpolitische Exkursionen. Die Autoren Emil Angel, Luxemburg, und Horst Lachmund, Trier, lieferten.
Mit seiner Geschichte mit "mehreren Gesichtern" - je nachdem, wem sie erzählt wird - hatte Angel die Lacher auf seiner Seite. Lachmund faszinierte mit Zeitreisen zu namhaften Trier-Besuchern wie Goethe und Napoleon - und zu berühmten Söhnen. Allen voran "Marx und Maathes", der Philosoph Karl und das ebenfalls philosophierende Original Fischers Maathes, die zur gleichen Zeit in Trier lebten.
Vielleicht sei der Karl ja dereinst eingekehrt beim Maathes, überlegte Keil. Mit ausgewählten Andres-Texten stimmten er und Reinhard Boesten, Elisabeth Cannivé-Boesten, Peter Kruse und Carla Schott auf das Thema "Die Stadt und die Städter" ein. Denn auch Andres liebte Trier und das Moseltal, wie seine Werke beweisen. Die literarischen Kostproben wurden umrahmt vom Gitarren-Duo Uno, Norbert Olk und Uschi Boes, und einer Weinprobe. Die gestaltete diesmal Winzer Gerd Rohr vom Masteiner Hof.
Gut 80 Besucher erlebten die siebte Runde von "Literatur und Weinkultur" im Niederprümer Hof. Darunter auch Ina Braun-Yousefi, Lehrerin am Auguste-Viktoria-Gymnasium in Trier. Literatur für im Unterricht behandelte Andres-Werke stelle die Gesellschaft kostenlos zur Verfügung, so dass der Nachwuchs damit in Berührung komme. Für Sabine Bintz, aus Trittenheim stammende Schweicherin, war der Abend eine Premiere. Sie habe schon so oft davon gelesen und gehört - und immer nur positiv, lobte sie das "sehr ansprechende Programm" und die Kombination aus Lesung, Wein und Musik.
Extra: STEFAN-ANDRES GESELLSCHAFT SCHWEICH


1979 gegründet, bewahrt sie das Werk des 1906 in Dhrönchen, heute Trittenheim, geborenen Schriftstellers. Er emigrierte 1933 mit seiner jüdischen Frau nach Italien, wo er 1970 starb. Seine Witwe Dorothee initiierte den alle fünf Jahre verliehenen "Stefan-Andres-Preis der Stadt Schweich für Literatur deutscher Sprache", 2017 verliehen an Gila Lustiger. Das Kulturzentrum Niederprümer Hof birgt Archiv und Ausstellung des Vereins. Vorgetragen wurde aus der Schriftenreihe der Gesellschaft: "Erhabene Stadt der Trierer - Stefan Andres und seine Roma secunda"