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Stadt Trier will neben Gut Mariahof 40 neue Sozialwohnungen bauen

Mariahof aus der Vogelperspektive: Der Stadtteil war der Erste, in dem die Menschen ab 60 nach ihrer Lebenssituation befragt wurden. Die Umfrage soll der Stadt helfen, die Pflegestrukturen zu planen. TV-Foto: Archiv/Portaflug Trier
Mariahof aus der Vogelperspektive: Der Stadtteil war der Erste, in dem die Menschen ab 60 nach ihrer Lebenssituation befragt wurden. Die Umfrage soll der Stadt helfen, die Pflegestrukturen zu planen. TV-Foto: Archiv/Portaflug Trier
Trier. Es gab bereits erste Informationen (der TV berichtete), jetzt ist es Gewissheit: Die Stadt Trier will neben dem Gut Mariahof Gebäude mit rund 40 Sozialwohnungen errichten. Darin sollen vor allem Flüchtlinge einquartiert werden - aber nicht ausschließlich. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss verhandelt der Stadtrat am Dienstag, 2. Februar. Frank Göbel

Trier. Zusammen mit dem umstrittenen Filscher Baugebiet BU 14 soll in Mariahof die bisher meist als Parkplatz genutzte Fläche neben dem historischen Hofgut helfen, die Herausforderung zu meistern, vor die die Stadt Trier gestellt ist: Derzeit geht die Verwaltung davon aus, jährlich 1000 Flüchtlinge dauerhaft unterbringen zu müssen. Die meisten davon sollen in bestehenden privaten oder städtischen Gebäuden unterkommen, sagt Stadt-Pressesprecher Ralf Frühauf. "Zusätzlich müssen wir aber auch Neubauten errichten."Drei Flächen geeignet


Stadtweit sind eigene Grundstücke geprüft worden hinsichtlich ihrer Verfüg- und Bebaubarkeit, Lage und Größe oder nach sozialen und infrastrukturellen Kriterien. Drei Flächen finden die Planer im Rathaus geeignet: Während in Ehrang die leerstehende ehemalige Großholzschule umgenutzt werden soll, sind in Filsch und Mariahof Neubauten geplant. Noch ist das nur eine Idee im frühen Stadium. Konkrete Entwürfe sollen aber zügig erstellt werden, kündigt die Stadtverwaltung in der Vorlage für die Ratssitzung an: als "Grundlage für eine Kommunikation in die Stadtteile hinein sowie für die Ausschreibung der Bauleistungen".

Frühauf versichert: "Die Flächen wurden im Sinne einer Integration und Bevölkerungsdurchmischung in den Stadtteilen ausgewählt."

Der Grundsatzbeschluss betont, dass die zu errichtenden Wohnungen nicht ausschließlich Flüchtlingen zugutekommen sollen. Grundsätzliche Anforderung an eine erste Machbarkeitsstudie, die das Darmstädter Architekturbüros werk.um inzwischen vorgelegt hat, war demzufolge die "leichte Umbaubarkeit" der Wohnungen "auch zur Vorbereitung einer sofortigen Durchmischung", wie es in der Vorlage explizit heißt.12 Millionen Euro Kosten

Um alle Synergieeffekte mitzunehmen, sollen die Gebäude in Filsch (bis zu 50 Wohnungen) und Mariahof (etwa 40 Wohnungen) parallel von jeweils den gleichen Unternehmen geplant und später gebaut werden. Die Bebauung wird einer ersten groben Schätzung zufolge insgesamt 12 Millionen Euro kosten, die in einem Nachtragshaushalt bereitgestellt werden müssten.

Kostendämpfend soll dabei ein Sonderprogramm des Landes wirken: Das fördert die Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge derzeit mit günstigen Darlehen der Investitions- und Strukturbank (ISB). Weitere 1,4 Millionen Euro werden wohl zunächst zu finanzieren sein, weil in Filsch Gebäude und Grundstück nicht, wie eigentlich vorgesehen, nach Bebauung auf den freien Markt kommen.

Um die weitere Planung haben sich zwei Projektmanagementbüros über die Abgabe von Angeboten beworben: Eines von ihnen soll später als Bauherr auftreten und dann seinerseits in Kooperation mit der Gebäudewirtschaft Trier (GWT) über eine Ausschreibung und einen Bieterwettbewerb einen Generalunternehmer finden, der in der Lage ist, in Filsch und Mariahof zügig zur Tat zu schreiten: "Wir gehen davon aus, dass die Bebauung dieses Jahr noch umgesetzt wird und die Gebäude dann 2017 bezogen werden können", erklärt Ralf Frühauf.

Vorher müsste aber erst der Stadtrat die entsprechende Vorlage beschließen. Der Stadtrat tagt am Dienstag, 2. Februar.

Die Stadt Trier lädt für heute, Dienstag, 26. Januar, zu einer Informationsveranstaltung mit Bürgermeisterin Angelika Birk und Baudezernent Andreas Ludwig ein. Beginn ist um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Michael. Anschließend tagt der Mariahofer Ortsbeirat.