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Töpfern wie in der Jungsteinzeit

Frederic Burscheid und Fabian Müller sind stolz auf ihr eigenes Konterfei als Pharao-Maske.Foto: Cordula Fischer
Frederic Burscheid und Fabian Müller sind stolz auf ihr eigenes Konterfei als Pharao-Maske.Foto: Cordula Fischer
TRIER. (cofi) Die Zeitreise für die Kinder, die im Rheinischen Landesmuseum am Ferienprogramm teilnahmen, ging zurück bis in die Jungsteinzeit. An drei Tagen erfuhren sie die vorgeschichtliche Vergangenheit hautnah. Nach einer Ausstellungsbesichtigung schritten die Kinder zur Tat und töpferten aus Ton Glockenbecher und Tierfiguren.

"Ich kenne mich gut in der Geschichte aus, meine Mutter hat mir viel aus Büchern vorgelesen", sagte der siebenjährige Clemens Fruböse. Weil er auch schon im Schulunterricht mit Ton gearbeitet hatte, machte ihm der Töpferkurs im Museum besonders viel Spaß. Für die Tonwülste, aus denen er den Rand für seinen Glockenbecher auftürmte, hatte er aber ein bisschen zu viel Wasser verwendet. "Da ist der Rand einfach flach nach unten gefallen, und jetzt habe ich eben einen Pizza-Teller", erzählte Clemens. Seine Stierfigur, die er nach vorgeschichtlichen Vorbildern formte, ist ihm aber gut gelungen.Geschichte zum Anfassen

"Ich fand es sehr interessant, im Museum viel über verschiedene Zeiten und die Menschen zu erfahren", meinte Lara Roth, ebenfalls sieben Jahre alt. Sie lernte, welche Beigaben die Menschen in die Gräber legten, welche Erfindungen sie in der Jungsteinzeit machten und welche Tiere sie an Höhlenwände zeichneten. Nachdem die Glockenbecher getrocknet waren, malten die Kinder sie mit Aquarellfarben bunt an. Das Muster, Streifen, Zickzacklinien und Punkte, hatten sie von den Ausstellungsstücken abgeschaut und auf einem Arbeitsblatt vorgezeichnet. Für die Tierfiguren machten sie sogar richtige Aquarellskizzen, um die Körper besser töpfern zu können. Am dritten Tag des Kurses, den Nicole Schilberg, museumspädagogische Mitarbeiterin im Landesmuseum, leitete, konnten die Kinder dann noch lernen, was Restauratoren eigentlich machen. Aus Blumentopf-Bruchstücken setzten sie so selber wieder ganze Gefäße zusammen. "Dieser Kurs soll ein Stück Geschichte zum Anfassen sein und den Kindern die Scheu vor dem Museum nehmen", erklärte sie.