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"So jung und so begabt"

Pianist Philipp Vitkov bei seinem Auftritt in der ehemaligen Synagoge in Schweich. TV-Foto: Ursula Schmieder
Pianist Philipp Vitkov bei seinem Auftritt in der ehemaligen Synagoge in Schweich. TV-Foto: Ursula Schmieder FOTO: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"
Schweich. Der Longkamper Pianist Philipp Vitkov brilliert in der Schweicher Synagoge.

Schweich (urs) Scheinbar mühelos meistert er herausragende Werke wie Ludwig van Beethovens Waldstein-Sonate mit ihren rasch wechselnden Emotionen. Doch es ist nicht nur ein Genuss, dem 20-jährigen Klaviertalent Philipp Vitkov zuzuhören. Beobachten zu können, mit welcher Leidenschaft er spielt, macht seine Konzerte umso mehr zu einem Erlebnis. Die ehemalige Schweicher Synagoge bot dafür eine optimale Kulisse, wie etwa 120 Besucher erleben konnten.
Monika Wintgen, selbst Pianistin, war beeindruckt: "So jung und so begabt - ich habe Beethovens Waldstein selten so fantastisch gehört". Peter und Inge Brucker kommen öfter in den Genuss. Als Nachbarn des jungen Mannes aus Longkamp schätzen sie dessen Klavierkunst auf Weltklasseniveau. Für Erika und Peter Kruse aus Mehring zeichnen Künstler wie Vitkov, der ja "ein Kind" des Mosel Musikfestivals sei, dieses wiederum aus. Denn es zeige, dass es nicht bei der Absicht einer musikalischen Förderung junger Leute aus der Region bleibe. Beiträge als Freund oder Förderer der gemeinnützigen Gesellschaft seien also gut anlegt. Die Region bringe offensichtlich "nicht nur gute Weine, sondern auch gute Künstler" hervor. "Wir haben ihn mit zehn Jahren entdeckt", erinnert sich Hermann Lewen, Intendant des Mosel Musikfestivals, an seine erste Begegnung mit Vitkov. Hinter dem Steinway-Flügel im Kurgastzentrum sei er kaum zu sehen gewesen, aber er habe traumhaft Bach gespielt. Lewen selbst hatte dem jungen Talent erlaubt, dort zu üben. Das Mosel Musikfestival bot die wichtige Plattform, den jungen Musiker aufzubauen. In Schweich gastierte der Enkel einer Pianistin zum vierten Mal im Rahmen der Reihe. Sein kraftvolles Spiel sei "typisch russische Schule", ist Lewen überzeugt, dass der in der Region groß gewordene Pianist "seinen internationalen Weg gehen wird".
Extra: BIOGRAFISCHE NOTIZ: PHILIPP VITKOV


1997 in der Ukraine geboren und seit 2001 in Deutschland, erhielt Philipp Vitkov schon als Sechsjähriger in der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich Klavierunterricht. Ab 2008 besuchte er das Landesmusikgymnasium in Montabaur und ab 2010 trat er bei Festivals in ganz Deutschland auf. Immer wieder sichert er sich bei nationalen wie internationalen Wettbewerben erste Plätze - zuletzt beim "Concours International De Piano De Lagny-sur-Marne". Aktuell studiert Vitkov am Pariser Conservatoire à Rayonnement Régional de Rueil-Malmaison bei Professorin Rena Shereshevskaya.