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Die alte Schule wird zum Bürgerhaus

Die alte Schule wird zum Bürgerhaus

Ein neues Bürgerhaus wie in anderen Orten kommt für die verschuldete Gemeinde Immerath mit ihren 260 Einwohnern nicht infrage. Stattdessen soll in diesem Jahr mit dem Umbau der ehemaligen Schule zum Dorfgemeinschaftshaus begonnen werden. Dies ist dringend nötig, denn das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig.

Immerath. Die Zahl auf dem Türbogen zum Eingang der ehemaligen Immerather Schule in der Hauptstraße zeigt es deutlich: Das Gebäude ist 101 Jahre alt - und das sieht man auch, außen wie innen.
Das Schieferdach ist undicht, tragende Sparren und Balken sind morsch und faul, kein Dachdecker traut sich mehr hinauf. Im Erdgeschoss des Gebäudes, wo der Saal, die Küche und die sanitären Anlagen sind, sieht es zwar noch den Jahren entsprechend gut aus.
Mehr Ruine als Wohnhaus


Aber im linken Teil des Gebäudes mit dem Aufgang zur ehemaligen Lehrerwohnung im Obergeschoss, die bisher vermietet war, scheint das Gebäude mehr eine Ruine als ein Wohnhaus zu sein. "Das Erdgeschoss wurde schon öfter renoviert, aber der Zahn der Zeit nagt jetzt doch an ihm dran. Es muss was getan werden, sonst verfällt das ganze Gebäude", sagt Ortsbürgermeister Stefan Har-becke.
Das Jugend- und Gästehaus in der Ortsmitte wurde inzwischen verkauft. "Es hat nur Kosten verursacht und die Nutzung, wie es eigentlich angedacht war, wurde nie erreicht. Wir müssten uns zentralisieren und haben jetzt nur noch ein Haus, wo wir uns drum kümmern müssen", erklärt der Ortsbürgermeister.
Seit drei Jahren laufen die Planungen und bemüht sich die Gemeinde, die frühere Schule zu sanieren und Zuschüsse dafür zu bekommen. "Wir haben uns gequält und gestrampelt dafür, man hatte manchmal den Eindruck, dass man hängengelassen wird", so Harbecke. Doch jetzt ist es amtlich: Das Innenministerium hat der Ortsgemeinde Mittel aus dem rheinland-pfälzischen Dorferneuerungsprogramm bewilligt. Immerath erhält für den Umbau und die Sanierung der ehemaligen alten Schule zum Dorfgemeinschaftshaus 270 000 Euro.
Im Erdgeschoss soll ein multifunktionaler, aber kein größerer Gemeindesaal entstehen, außerdem neue behindertengerechte Sanitäranlagen. "Der jetzige Saal ist für die Gemeinde groß genug, für größere Veranstaltungen haben wir einen Gastronomen im Ort", sagt Harbecke. Vor dem Saal soll Platz für eine Theke geschaffen werden. Der bisherige Windfang im Saal kommt weg, die alte Treppe zur Lehrerwohnung wird abgebrochen und ein neuer Treppenaufgang gebaut.
Über den neuen Haupteingang werden alle Nebenräume sowie die Hoffläche barrierefrei erschlossen. Im Obergeschoss entstehen ein Gemeindebüro und ein kombinierter Jugend- und Mehrzweckraum.
"Mit den Mitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm kann die Gemeinde Immerath die ehemalige Schule in ihrer Struktur revitalisieren und gleichzeitig eine sinnvolle gemeinschaftsfördernde Nutzung ermöglichen", so Minister Roger Lewentz.
Der Dachboden mit der ehemaligen Wohnung wird nicht ausgebaut werden, da kein Geld dafür vorhanden ist. Hier werden nur einige Wände rausgebrochen. Um die alte Schule effektiver umbauen zu können, will die Gemeinde das schon lange geschlossene Kühlhaus unterhalb der alten Schule der Feuerwehr zur Verfügung stellen und dafür deren Räumlichkeiten im Anbau der alten Schule zu bekommen.
Im August geht es los


"Ich hoffe, das die Feuerwehr noch in diesem Jahr ins Kühlhaus einzieht und wir deren Räumlichkeiten schon zum Umbau nutzen zu können", hofft Ortsbürgermeister Harbecke.
Jetzt heißt es noch die Bürger für die Arbeiten zu aktivieren, denn bis Anfang August muss mit den Arbeiten begonnen werden. Stefan Harbecke: "Ich habe die Hoffnung, dass die Bürger mithelfen werden und wir mehr als die geforderten Eigenleistungen erledigen können, was auch die Gesamtkosten drücken könnte."
Extra

Die förderfähigen Gesamtkosten für den Umbau und die Sanierung der ehemaligen Schule zum Dorfgemeinschaftshaus betragen 414 000 Euro. Vom Land erhält die Gemeinde aus dem Dorferneuerungsprogramm 270 000 Euro. Diese werden innerhalb der nächsten drei Jahre ausbezahlt. 2013 erhält die Gemeinde 40 000 Euro, 2014 werden 100 000 Euro ausbezahlt und 2015 die restlichen 130 000 Euro. Rund 70 000 Euro muss die Gemeinde an Eigenleistungen erbringen. Für die Gemeinde verbleiben rund 75 000 Euro die sie über einen Kredit finanzieren muss. HG