Experten: Gewalterfahrung ist keine Frage des Alters

Experten: Gewalterfahrung ist keine Frage des Alters

Mit einem Fachvortrag und Gesprächen in Arbeitsgruppen haben die Organisatoren vom Runden Tisch Eifel und Cochem-Zell das Thema "Partnerschaftsgewalt im Leben älterer Frauen und Männer" in den Fokus grückt.

Daun/Gerolstein. Einen packenden Vortrag zum Thema "Partnerschaftsgewalt im Leben älterer Frauen und Männer" hielt Martina Böhmer, Altenpflegerin für Geriatrische Rehabilitation, Sachbuchautorin und Beraterin bei der Konferenz des Runden Tisches Eifel und Cochem-Zell.
Mit Beispielen belegte sie, was Landrat Heinz-Peter Thiel in seiner Begrüßungsrede so formuliert hat: "Man denkt bei diesem Thema eher an jüngere und nicht an ältere Frauen und Männer, die Partnerschaftsgewalt erfahren."
Tatsächlich, so Martina Böhmer, liefen in den Köpfen gerade beim Begriff "ältere Frau" bestimmte Assoziationen ab. Oft würden ältere Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, als dement oder verwirrt eingestuft und nicht als Opfer von Gewalt wahrgenommen und behandelt.
Nach wie vor schämten sich die Betroffenen, darüber zu sprechen und Hilfe einzufordern. Dabei stehen Kriegstraumata, sexualisierte Gewalt und Gewalt im Pflegekontext im Vordergrund. Anhand von Fallbeispielen unterstrich sie die vielfachen Vorfälle von Gewalt. Sie appellierte an die Zuhörer, bereit zu sein, hinzuschauen und zu helfen.
In den anschließenden Arbeitsgruppen "Pflegebedürftigkeit", "Sexualisierte Gewalt" und "Was tun mit Täterinnen/Tätern?" wurde die Thematik vertieft.
Für die Arbeit vor Ort empfahl Martina Böhmer Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und Sensibilisierung, besonders für Mitarbeiter der Gesundheits- und Pflegeberufe sowie der beratenden und therapeutischen Berufe. red
Weitere Informationen: Edith Peters, Gleichstellungsbeauftragte, Kreisverwaltung Vulkaneifel, Mainzer Straße 25, 54550 Daun, Telefon 06592/933-307, E-Mail: edith.peters@vulkaneifel.de

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