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Sport
Großleinwand fällt flach

Wittlich. Heute beginnt in Russland die Fußballweltmeisterschaft: So hat sich die Säubrennerstadt auf das sportliche Großereignis vorbereitet.

Der Ball rollt wieder: Heute beginnt 2200 Kilometer entfernt in Moskau (Russland) die Fußball-Weltmeisterschaft. Das heißt: Für rund vier Wochen dreht sich wieder alles um das Thema Fußball. Viele Menschen freuen sich auf das Turnier und drücken ihrer Mannschaft die Daumen. Der TV hat sich kurz vor dem Anpfiff in Wittlich umgehört: Kann man die Spiele in der Säubrennerstadt bei Public-Viewing-Veranstaltungen gemeinsam mit Freunden und Familie anschauen? Und wie haben sich die Wittlicher auf die Fußballweltmeisterschaft vorbereitet?

Stadtmarketing Die traurige Nachricht zum Beginn: „Dieses Jahr gibt es in Wittlich kein Public Viewing“, sagt Karsten Mathar, Geschäftsführer vom Stadtmarketing. „Im Gegensatz zu den anderen Jahren“, sagt Mathar, „hat sich niemand gefunden, der eine Übertragung auf der Großbildleinwand organisieren möchte.“

Gastronomen Doch wie sieht es in Wittlichs Kneipen und Gastronomiebetrieben aus? Sind dort wenigstens Leinwände aufgebaut oder die Fernseher eingeschaltet? Der TV macht Stichproben. „Zu den Übertragungen hier in der Kneipe kommen eigentlich immer die üblichen Gäste“, sagt Lars Steffen, Wirt in der Kneipe Penny Lane. Der 55-Jährige will die WM in seiner Kneipe auf einem Fernseher übertragen: Nur wenn Deutschland etwas weiter komme wie beispielsweise bis ins Halbfinale oder gar bis ins Endspiel, dann sei in seiner Bar etwas mehr los. Steffen: „Ich bin natürlich für Deutschland, aber dieses Mal ist die Konkurrenz sehr stark.“

Germano Couto vom Eiscafé da Beppo, sagt: „Ich drücke Portugal die Daumen, aber Deutschland und Brasilien sind für mich die Hauptfavoriten.“ Der 47-Jährige will den Fußball direkt zu sich holen: „Unsere Gäste können die Spiele auf einem Fernseher mitverfolgen, den wir draußen aufstellen werden. Bei Partien mit deutscher Beteiligung wird sicherlich viel los sein.“

Hier steht eine Leinwand: Der Inhaber des Carpe Diem, Jürgen Werner, ist auf die WM gut vorbereitet. Der 51-jährige Gastronom sagt: „Auf einer großen Leinwand zeige ich die Spiele hier in meinem Café. Bei gutem Wetter können die Gäste dabei auch draußen sitzen. Ich bin mir sicher, dass Deutschland den Titel verteidigt.“ Auch das Café am Markt wird die Spiele auf einem Fernseher live ausstrahlen. Die neue Inhaberin Chrysanthi Ntafopoulou ist sich nicht ganz sicher, wie das Angebot genau angenommen wird. Sie sagt: „Wir stellen hier im Innenraum des Cafés einen Fernseher auf, der dann die Spiele übertragen wird. Wie viele Menschen dann kommen werden, kann ich jetzt noch nicht einschätzen.“

Bürger Wie bereiten sich die Einwohner der Säubrennerstadt auf das sportliche Großereignis vor? Der TV hat sich in der Stadt umgehört: Adolf Hesser aus Wittlich spaziert entlang der Lieserbrücke. Der 85-Jährige freut sich auf das Turnier: „Ich gucke die Spiele gemütlich zu Hause auf meinem Fernseher. Ich freue mich schon auf die spannenden Begegnungen. Für die Deutschen wird es bestimmt schwer, aber mit etwas Glück könnte es mit der Titelverteidigung gelingen.“

„Man merkt schon, dass die Vorfreude auf diese WM in Russland nicht so groß ist wie bei den letzten Malen“, sagt Josef Dehn. Der 62-Jährige erklärt: „Ich gucke mir die Partien auf jeden Fall zu Hause an, aber die Leidenschaft ist nicht mehr so stark wie früher. Das schwindende Interesse kann vielleicht auch an Russland liegen, wo die WM unter zweifelhaften Umständen stattfindet. “

Auf dem Ottensteinplatz neben dem ZOB sitzen Daniel, Valjon und Omid und unterhalten sich. Die 14-Jährigen sagen zur WM: „Natürlich ist es etwas schade, dass dieses Jahr kein Public Viewing hier in Wittlich stattfindet. Man kann das Turnier aber ja immer noch gemeinsam mit Freunden zu Hause anschauen. Wir sehen dieses Mal Brasilien als Favorit.“