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Kultur
Geduldige Kinder, interessanter Vortrag

Alle wollen ein Autogramm von Willi Weitzel oder ihm einfach mal die Hand geben in der Wallfahrtskirche in Klausen.
Alle wollen ein Autogramm von Willi Weitzel oder ihm einfach mal die Hand geben in der Wallfahrtskirche in Klausen. FOTO: Ursula Schmieder
Klausen. Fernseh-Kindermoderator Willi Weitzel will es immer noch wissen und sensibilisiert Besucher in Klausen für die Folgen des Klimawandels. Von Ursula Schmieder

() An die 300 Besucher, darunter viele Kinder, verfolgen gebannt, was sich auf der Leinwand vor ihnen abspielt. Und das seit zwei Stunden und mit ungebrochener Aufmerksamkeit für den in der Wallfahrtskirche Klausen präsentierten Dokumentarfilm. Denn kommentiert wird er von Willi Weitzel, bekannt aus der Fernsehserie „Willi will’s wissen“.

Für seine Reise brach er mit einem Esel auf. Denn er wollte wissen, wie lange Maria und Josef wohl einst nach Bethlehem unterwegs waren. In einer kargen Landschaft traf er dann auf eine Familie, die dort zu überleben versucht. Die älteste Tochter schleppt dafür täglich Trinkwasser, barfuß über heißen Sand und scharfkantige Steine. So trocken sei es nicht immer bei ihnen gewesen, erzählt ihre Mutter, die vom Klimawandel noch nie gehört hat, ihn aber hautnah erlebt.

Der neunjährige Maximilian kann einige der Verursacher benennen: Fabriken, Autos und Flugzeuge: „Und dadurch wird halt die Erde erhitzt“, sagt er. Emma (11) ist sicher, dass das anders wäre, gäbe es weniger Fabriken, „die Kohle verbrennen“.

In jedem Fall müsse aber etwas gegen den Klimawandel getan werden: „Man sollte es in den Griff kriegen, weil irgendwann wird’s auch uns betreffen.“

Bei Erwachsenen und Jugendlichen kommt die Botschaft des Multivision-Vortrags „Willis wilde Wege“ ebenfalls an. Elsbeth Winkler, die Kinderklimakonferenzen des Umweltcampus Birkenfeld mit betreute, beschäftigt sich damit schon länger. Daher wollte sie wissen, wie Weitzel das Thema anpackt, das nachfolgende Generationen „ausbaden“ müssten. Für sie steht fest: „Man muss gesellschaftlich diskutieren, wie wir leben.“

Stefanie Kappes aus Lutzerath begrüßte es, dass es ein solches Angebot in der Eifel gebe. Etwas unglücklich sei nur der späte Beginn um 16 Uhr. „Aber wir bleiben bis zum Schluss“, versicherte sie in der Pause. Veranstalter war die Klausener Pfarrgemeinde im Rahmen des Kulturprogramms „Kultur in der Wallfahrtskirche“. Pater Albert Seul freute sich, dass so viele Besucher aus der ganzen Region gekommen waren. Während sie damit aber schon gerechnet und entsprechend geplant hätten, sei ihnen die Dauer des etwa dreistündigen Vortrags nicht ganz so bewusst gewesen. Weitzel mache das aber sehr gut: „Er ist der geborene Kinderunterhalter.“

Geduldige Kinder seien für sie nichts Ungewöhnliches, kommentierte Weitzels Tour-Begleiter Patrick Schilbach: Kinder wollten „eigentlich immer noch mehr wilde Wege hören“.