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Kinderbetreuung
Hetzerath vergibt Aufträge für Kita-Anbau

Hetzerath. Steigende Geburtenzahlen und Nachfrage nach der Betreuung für Unter-Drei-Jährige: Der Ortsgemeinderat Hetzerath sieht sich unter Zugzwang und drückt bei der zwei Millionen Euro teuren Erweiterung der Kita auf die Tube.

Was für ein Segen: Die Ortsgemeinde Hetzerath wächst und wächst, junge Familien sorgen für reichlich Kindersegen. Angesichts des allgemeinen demografischen Wandels und der sinkenden Einwohnerzahl in anderen Kommunen kann man sich in Hetzerath über eine steigende Geburtenrate sicher freuen. Der zunehmende Kindersegen treibt den Mitgliedern des Ortsgemeinderates dennoch einige Sorgenfalten auf die Stirn. Denn der Kindergarten St. Hubertus platzt mittlerweile aus allen Nähten.

Der Rat steht unter Zugzwang und hat deshalb nun Fakten geschaffen, indem er Platz für neue Kitakinder schaffen will. Derzeit werden im Kindergarten St. Hubertus 135 Kinder in sechs Gruppen betreut.
Nach den Sommerferien soll dort Platz für acht Gruppen mit 160 Kindern geschaffen werden (der TV berichtete). „Die Zeit drängt, damit die ewige Warteliste von Eltern insbesondere bei den Ganztagsplätzen endlich ein Ende nimmt“, sagt Ortsbürgermeister Werner Monzel. „Wir müssen jetzt dringend loslegen.“
Der Ortsgemeinderat hat dazu in seiner zurückliegenden Sitzung Bauaufträge im Wert von 1,2 Millionen Euro vergeben.
Wie Ortsbürgermeister Werner Monzel erklärt, soll ein Gebäudetrakt mit drei Gruppenräumen, Schlafsälen sowie Toiletten- und Sanitärräumen angebaut werden. Zudem solle der große Betreuungsraum, der allen Gruppen zur Verfügung stehe, durch den Anbau erweitert werden.

Weitere Auftragsvergaben wie auch erneut für die Heizungs- und Lüftungsanlage, wozu bei der ersten Ausschreibung keine verwertbaren Angebote eingegangen sein sollen, werden folgen, so dass die Erweiterung insgesamt mit rund zwei Millionen Euro zu Buche schlagen wird.

Das für die Erweiterung benötigte Grundstück hatte der Ortsgemeinderat 2017 der katholischen Kirche abgekauft (siehe Hintergrund). „Das Land hat uns eine Förderung von 550 000 Euro in Aussicht gestellt – wenig genug“, sagt Monzel.

Da die Ortsgemeinde bereits auf einem Schuldenberg von etwa einer Million Euro sitze, meint Monzel, werde man wohl nicht um die Aufnahme weiterer Kredite herumkommen. Monzel: „Das werden wir sehen. Unser Kassenbestand sieht aber derzeit auch gar nicht so schlecht aus und beträgt ebenfalls etwa eine Million Euro.“

Direkt nach den Sommerferien sollen die Bauarbeiten starten. Der Anbau werde als Holzständerbau gefertigt, sagt Monzel, „weil das zeitlich zügig geht und das Bodengutachten für einen Massivbau eher schlecht aussah. Aber wir mussten auch auf leichtere Baukosten kommen.“
Der Ortsbürgermeister hofft, dass die Erweiterung bereits ab dem nächsten Kindergartenjahr im August 2019 genutzt werden kann. Die ehemals katholische Kita St. Hubertus ist seit 2017 in Trägerschaft der Kommune (der TV berichtete) und wird von der Kita GmbH betrieben.