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Kloster Himmerod
Förderverein der Abtei Himmerod fordert Mitspracherecht

Die Klosterkirche mit Orgel wird am Sonntag, 27. Mai, um 10 Uhr durch Bischof Dr. Stephan Ackermann wiedereröffnet.
Die Klosterkirche mit Orgel wird am Sonntag, 27. Mai, um 10 Uhr durch Bischof Dr. Stephan Ackermann wiedereröffnet. FOTO: Christina Bents
Großlittgen . Die 1000 Vereinsmitglieder wollen bei dem Projekt des Bistums, Himmerod weiterhin als spirituellen Ort zu erhalten, nicht nur finanzielle Unterstützung leisten. Sie möchten vom Bischof auch in die Entscheidungsfindung eingebunden werden.

Mit gemischten Gefühlen ist Dennis Junk, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Himmerod, zur Mitgliederversammlung gekommen. Damit ging es ihm wie vielen der rund 60 anwesenden Vereinsmitglieder, die nicht wussten, wie sich der Abend mit den Themen rund um das Kloster entwickeln würde. Schließlich ist die Situation durch den aufgelösten Konvent alles andere als einfach.

Zunächst sprach Pater Stephan Reinmund Senge. Er hat die Auflösung des Konvents für nicht notwendig gehalten. Die Zusammenarbeit mit dem von Bischof Ackermann eingesetzten Rektor Professor Dr. Reinhold Bohlen im pastoral-spirituellen Bereich ist für ihn jedoch ein Glücksfall.

Er erklärt: „An den Kartagen war die Pfortenkapelle stopfend voll, und die Unterstützung durch Lektoren und Ministranten hat sehr gut funktioniert.“ Weiter berichtet er Positives zur Gästesituation im Kloster: „Wir brauchten bisher keine Gästeanfragen zu stornieren.“ Inspiriert spricht er davon, „dass der Heilige Geist Himmerod neu erfindet.“ Neben dem Heiligen Geist werden aber auch Entscheidungen von Seiten des Bistums nötig sein, um Himmerod weiter als spirituellen Ort zu erhalten. Da möchte der Förderverein integriert werden, mit mehr als nur finanzieller Unterstützung für das Kloster. Walter Densborn, Mitglied des Fördervereins und Pächter des Klosterbuchladens, sagte dem Vorstand: „Nehmen Sie dem Bischof mit, dass sich die Mitglieder des Fördervereins wünschen würden, dass sie ein Mitspracherecht haben, das in der Satzung verankert ist.“ Nachdrücklich betont er: „Nur Fördern ist uns zu wenig. Wir wollen mehr eingebunden werden, denn im Förderverein engagieren sich sehr viele Menschen und übernehmen Verantwortung.“

Dabei erkennen er und andere Mitglieder lobend an, dass das Bistum sich in den vergangenen Jahren sehr für Himmerod eingesetzt hat. Die Mitglieder des Fördervereins trugen auch Ideen vor, wie es mit Himmerod weitergehen könnte. Ein Mitglied gab als Denkanstoß, doch auch Laiengemeinschaften in die Zukunftspläne miteinzubeziehen. „Brüder aus der dritten Welt könnten in die Eifel kommen“, meinte jemand anderes.

Dazu sagte Abt e.m. Dr. Johannes Müller: „Einzelne Brüder aus einem anderen Kulturkreis sind bestimmt eine Option, aber ein gesamter Konvent, mit ausschließlich Geistlichen, die die Eifel und die Mentalität der Bürger nicht kennen, das wollen sie nicht.“ Ein weiterer Vorschlag ist, sich mit der Don Bosco Gemeinschaft in Verbindung zu setzen und zu überlegen, ob eine Ausbildungsstätte aus den Gebäuden werden könnte. Eine weitere Wortmeldung bezog sich auf die momentane Unsicherheit bei den Vereinsmitgliedern. „Es gibt aktuell keine greifbaren Ergebnisse, keine konkreten Fakten, sondern luftleeren Raum“, so der Eindruck eines Teilnehmers.

Otmar Brittner, der ehemalige Leiter der Immobilienabteilung des Bistums, der in Himmerod bei der Suche nach einer weiteren Nutzung für das große Gebäude der Abtei hilft, antwortete darauf: Das Kloster befinde sich momentan in einer Übergangsphase. „Das Kloster Himmerod ist rechtlich ein Verein, dessen Mitglieder die Mönche sind. Aktuell ist Pater Johannes noch Vorsitzender dieses Trägervereins.“

Juristisch versuche man derzeit von Seiten des Bistums die Vereinsstruktur zu erhalten. Es solle aber eine Satzungsänderung geben, und der jetzige Vorstand durch juristische Personen ersetzt werden. Zusammenfassend bedeutet das: „Himmerod bleibt Himmerod, und der Besitz bleibt im Verein. Auch die Spenden bleiben in Himmerod“, erklärt Otmar Brittner.

Allerdings investiert das Bistum nicht in Himmerod bis klar ist, wie es weitergeht. „Notwendige Erhaltungsmaßnahmen und zugesagte Zuschüsse werden vom Bistum bezahlt, aber keine Investitionen“, so Brittner.

Die Finanzsituation des Fördervereins stellte Kassenwart Wolfgang Valerius vor. In Rücklagen und auf verschiedenen Konten hat der Verein ein Reinvermögen von über 86 000 Euro.

Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise etwas mehr als 20 000 Euro für Brandschutztüren und Beschilderung im Kloster ausgegeben. Im kommenden Jahr werde man weiter in den Brandschutz im Exerzitienhaus investieren, die Renovierung der Gnadenkapelle unterstützen und bei der Belebung des Museums helfen.