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Virus stoppt Turner Boy: Weltcup-Einstand verpatzt

Virus stoppt Turner Boy: Weltcup-Einstand verpatzt

Zwei Patzer waren zu viel: Ein Virus hat Philipp Boy den ersten Auftritt in der neuen Weltcupserie der Turner verdorben. Erst ein Absteiger am Pauschenpferd, dann lief auch an seinem Paradegerät Reck nicht mehr viel zusammen.

Beim Stalder mit Drehung und Ribalko ging der Vize-Weltmeister aus Cottbus von der Stange, da blieb in der Endabrechnung mit 87,231 Punkten nur noch der sechste Platz. „Er hatte seit dem Vorabend eine Art Magen-Darm-Grippe und war ein bisschen geschwächt“, meinte Sportdirektor Wolfgang Willam und nahm den einzigen Starter des Deutschen Turner-Bundes (DTB) in Schutz.

Die Amerikaner hingegen feierten vor heimischem Publikum einen Doppelerfolg: Bei den Männern gewann der WM-Dritte Jonathan Horton mit 90,198 Punkten die 15 000 Schweizer Franken Preisgeld vor dem Ukrainer Mykola Kuksenkow (90,032). Bei den Frauen siegte Jordyn Wieber aus DeWitt/Michigan mit 59,899 Punkten vor Weltmeisterin Alija Mustafina aus Russland (59,831). Die deutsche Meisterin Elisabeth Seitz aus Mannheim hatte ihren Platz als mögliche Nachrückerin nach einer Fußoperation nicht in Anspruch genommen.

Die 3000 Schweizer Franken (rund 2100 Euro) Preisgeld bei der mit insgesamt 50 000 Schweizer Franken (38 597 Euro) gut dotierten Veranstaltung waren für den Sportsoldaten Boy auch nur ein Trostpflaster. „Er muss das jetzt möglichst schnell wegstecken. Denn er wird ja nächste Woche als Lokalmatador beim Challenge-Turnier in Cottbus starten“, sagte Willam, der insgesamt mit der Premiere des neuen Weltcup-Modells mit den besten acht Turnern der WM von Rotterdam zufrieden war.

„Ich denke, der Auftakt ist recht gut gelungen“, befand er, obwohl nur 4500 Zuschauer ihren Weg in die riesige Veterans Memorial Arena gefunden hatten. „In Amerika kann man mit einem Turnwettkampf generell eigentlich nichts falsch machen. Aber auch die Amerikaner waren begeistert von dem neuen Format“, sagte Willam.

In Boys Heimatstadt Cottbus kämpft man unterdessen mit den Tücken der neuen, nicht beschränkten Challenge-Serie mit unerwartet hohen Teilnehmerzahlen. Weit über 200 Turner haben sich für den Nachfolger des B-Weltcups angemeldet und erzwangen so beim Veranstalter sogar einen neuen Zeitplan. „Dass in Cottbus die Zahlen so explodieren, konnte man kaum vorausahnen“, meinte Willam.