1. Nachrichten
  2. Faktencheck

faktencheck: Angebliches CDU-Wahlplakat ist eine Fälschung

Faktencheck : Angebliches CDU-Wahlplakat ist eine Fälschung

Seit Monaten dominiert die Corona-Pandemie die politischen Diskussionen. Auch im Bundestagswahlkampf ist sie ein zentrales Thema. Auf den ersten Blick also plausibel, wenn Parteien mit Aussagen zur Pandemie auf Wahlplakaten werben. I

In sozialen Netzwerken, etwa auf Facebook, kursieren derzeit Fotos eines angeblichen Plakates der CDU. Das Motiv zeigt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und den Slogan: «Leben retten um (fast) jeden Preis. Wer leben darf entscheiden wir.» (Fehler im Original). Außerdem zeigt es ein angebliches Zitat Spahns: «Jedes Leben hat Wert. Manche mehr, manche weniger. Deshalb veranlasste ich die Verteilung Millionen defekter Masken an Obdachlose, Behinderte und Alte. Auf die kommt es doch wirklich nicht an.»

Bewertung: Bei dem Wahlplakat handelt es nicht um ein Plakat der CDU. Das Motiv ist eine Fälschung und angelehnt an eine CDU-Plakatserie aus dem Jahr 2017.

Fakten: Im Internet finden sich mehrere Fotos des angeblichen CDU-Plakats, offensichtlich aufgenommen an unterschiedlichen Orten. Dabei handelt es sich allerdings um eine Fälschung. Eine Sprecherin der CDU teilte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auf Anfrage mit, «die Plakate stammen nicht von uns». Sie seien angelehnt an die Werbelinie der CDU aus dem Jahr 2017. «Auch damals hat ein solches Plakat nicht existiert», so die Sprecherin.

Ein Vergleich mit den Wahlplakaten der CDU zur Bundestagswahl 2021 zeigt, dass sich das angebliche Motiv von diesen gestalterisch unterschiedet. Hingegen orientiert es sich an der Plakatserie aus dem Jahr 2017. Wer hinter dem gefälschten Motiv steckt, ist unklar. Es bezieht sich auf Vorwürfe, die im Juni 2021 gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erhoben wurden. Recherchen von Journalisten zufolge plante Spahn damals, unbrauchbare Masken an Obdachlose und Menschen mit Behinderung zu verteilen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) wies die Recherche damals auf Twitter als «nicht akzeptablen Vorwurf, der von keinen Fakten gedeckt ist» zurück.