"Ausbildung" zum Unternehmer

Endlich ein paar positive Nachrichten von der Wirtschaft: Die Zahl der Gewerbe-Anmeldungen und die der Neugründungen steigt, die Zahl der Gewerbe-Abmeldungen bleibt seit zwei Jahren niedrig.

Endlich ein paar positive Nachrichten von der Wirtschaft: Die Zahl der Gewerbe-Anmeldungen und die der Neugründungen steigt, die Zahl der Gewerbe-Abmeldungen bleibt seit zwei Jahren niedrig. Die Region Trier ist im Gründungsboom. Dass es im Vergleich zu den Landeswerten sogar überdurchschnittliche Zuwächse gibt, ist erfreulich und längst nötig. Zumal die Ängstlichkeit vor der Selbstständigkeit zwischen Eifel, Hunsrück und Mosel besonders ausgeprägt zu sein scheint. Da könnte der Eindruck entstehen, dass die gewachsene Zahl an Ich-AGs und der Existenzgründungen mittels Überbrückungsgeld als Neu-Unternehmen aus der Arbeitslosigkeit heraus nur als notwendiges Übel gesehen wird, die Gründungsdichte zu vergrößern und der Region damit auf die Sprünge zu helfen. Das mag in Einzelfällen auch zutreffen. Etwa dort, wo der 50-jährige erfahrene Fachmann für Maschinenbau mit seinem kleinen Gewerbe eine Marktnische besetzt, die vorher sein Arbeitgeber mit ihm selbst ausgefüllt hatte. Das trifft aber nicht für die überwiegende Zahl der Kleinst- und Ein-Mann-Betriebe zu, die aus der Not heraus geboren wurden – nämlich aus der Arbeitslosigkeit heraus, weil es einen Mangel an Job-Alternativen gibt oder weil sonst die Hartz-IV-Kriterien angewendet würden. Gerade diese Unternehmen sind auf Gedeih und Verderb dem Wettbewerb ausgeliefert – und haben selbst weder das finanzielle noch das konzeptionelle Rüstzeug für den Markt. Soweit der Wermutstropfen der Gründungszahlen. Diesen Gründern aus der Klemme zu helfen und beratend zur Seite zu stehen, nur das garantiert funktionsfähige Betriebe, die in Zukunft weitere Jobs schaffen. Von Kammerseite wird in der Industrie und im Handwerk schon Vieles getan, um den Existenzgründern durch den Antrags-Dschungel zu helfen. Doch letztlich steht und fällt die Zukunftsfähigkeit der Betriebe mit der "Ausbildung" zum Unternehmer und der Bereitschaft der Politik, dafür alles zu tun. s.schwadorf@volksfreund.de