Damit die Brücke nicht wackelt: Neun Millionen Euro für Riesendübel

Damit die Brücke nicht wackelt: Neun Millionen Euro für Riesendübel

Die spannendste Phase beim Bau der Hochmoselbrücke hat begonnen: Am rutschgefährdeten Eifelhang werden Bomben gesucht, damit die Sicherungsarbeiten starten können. Sechs gigantische Betondübel - 40 Meter tief, sechs Meter im Durchmesser - sollen den Berg stabilisieren.

Sieben fertige, bis zu 151 Meter hohe Pfeiler ragen aus dem Moseltal. Sie warten darauf, dass ab Montag das nächste Stück Brückenüberbau in schwindelerregender Höhe ins Tal hinausgeschoben wird. Auf der Hunsrückseite sind die Betonarbeiten an der riesigen Brücke, die zum Hochmoselübergang gehört, bereits abgeschlossen. Bis auf eines sind auch die 40 Bauwerke - Brücken, Unterführungen, Kreisel und Tunnel - die zum 25 Kilometer langen Stück der neuen B.50 gehören, gebaut. Die Erdarbeiten sind in vollem Gange. Nur die Straßendecke fehlt streckenweise noch.

Und so richten sich alle Augen auf den Eifelhang. Immer wieder war dieser Hang in die Schlagzeilen geraten. Der ehemalige Leiter des Landesamts für Geologie zweifelte die Standfestigkeit des kriechenden Baugrunds an. Der Aachener Ingenieurgeologe Rafig Azzam warf den Brückenbauern vor, gegen Vorschriften zu verstoßen. Er nannte den Bau unverantwortlich und forderte Hangsicherungsmaßnahmen. Jahrelang hatte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) solche Bedenken abgetan: Die Standsicherheit sei gewährleistet, Kostensteigerungen nicht abzusehen.

Nun wird der Hang doch gesichert. Und zwar sehr aufwendig. Aktuell wird das Gelände nach Bomben abgesucht. Ab November sollen Bagger beginnen, 40 Meter tiefe und sechs Meter breite Rundschächte auszuheben, deren ein Meter dicke Wände mit Beton verfüllt werden. Sechs dieser Riesendübel sind geplant - je drei in einer Reihe. An ihrem Kopf sind sie mit Betonbalken verbunden. Die Balken werden durch je 60 rund 50 Meter lange Stahlseile im Berg verankert. Damit das Ganze gut aussieht, sollen Weinbergsmauersteine die Betonteile verblenden. Gebaut wird all dies zwischen den unteren Pfeilern am Eifelhang, die seit kurzem in die Höhe wachsen.

Neun Millionen Euro soll die Sicherung kosten. Damit erhöhen sich die Kosten des Großprojekts auf 465 Millionen Euro. 170 Millionen entfallen auf die Brücke.

Azzam hält die Maßnahmen für geeignet. Er glaubt jedoch, dass sie teurer werden.

Hoch über dem Hochmoselübergang

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