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Unverständnis im Trierer Rathaus

Unverständnis im Trierer Rathaus

Trier/Metz (woc) Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe hat sich am Rande eines Pressegesprächs am Montag zur französischen Präsidentschaftswahl geäußert: "Einerseits bin ich froh, dass Marine Le Pen es nicht auf Platz eins geschafft hat, andererseits ist der Abstand zum erstplatzierten Emmanuel Macron so groß auch wieder nicht", sagte Leibe. Dass es in Triers französischer Partnerstadt Metz für die rechtskonservative Le Pen nur für Platz vier gereicht habe, freue ihn sehr.

"Metz hat sehr deutlich Nein gesagt zu den populistischen Strömungen in Frankreich", sagte Leibe. Nicht nachvollziehen könne er dagegen, dass ausgerechnet in der Grenzregion zum Oberrhein, zu Rheinland-Pfalz und zur Schweiz liegenden Departements Le Pen vorne liege. Im Departement Moselle hätten sich fast 30 Prozent der Wähler für Le Pen entschieden. "Ausgerechnet die Regionen, die am meisten von den offenen Grenzen und den dazugehörigen Pendlerströmen zwischen den Ländern profitieren, wählen die Abschottung Frankreichs von Europa", kritisierte Leibe. Die Stichwahl zwischen Macron und Le Pen um das französische Präsidentenamt ist am 7. Mai. In der Partnerstadt Metz lag die Wahlbeteiligung mit 70,39 Prozent deutlich niedriger als in Gesamt-Frankreich mit rund 77 Prozent. Emmanuel Macron kam in Metz auf 26,68 Prozent der abgegebenen Stimmen. Marine Le Pen, gegen die er um das Präsidentschaftsamt nun in der Stichwahl kämpfen muss, bekam in Metz lediglich 18,77 Prozent. Die Vertreterin de Front Nationale lag damit in der Gunst der Metzer noch hinter Jean-Luc Melenchon, der auf 20,43 Prozent kam und auch noch hinter François Fillon mit seinen 18,8 Prozent. Ganz abgeschlagen hinter diesem Quartett erhilet Benoît Hamon 7,79 Prozent und Nicolas Dupont-Aignan 3,87 Prozent.