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50 Stunden Steinmetz-Arbeit stecken in einer Blume

50 Stunden Steinmetz-Arbeit stecken in einer Blume

Zwei neue Kreuzblumen aus Eifeler Sandstein ergänzen das Hauptportal der Kyllburger Stiftskirche. Sie wurden in diesen Tagen angebracht und vervollständigen das Bild des gotischen Kirchenportals.

Kyllburg. Im Eingang zur historischen Stiftskirche in Kyllburg stand tagelang ein Gerüst. Der Grund: Restaurierungsarbeiten am Hauptportal. Dort wurden zwei neu angefertigte Kreuzblumen gesetzt und die schadhafte Vierung ausgebessert. Doch bevor es so weit war, musste zunächst eine Idee her, wie die neuen Steinblumen denn aussehen sollen.
Ein Fachmann hat auf der Basis des linken, verbliebenen Stumpfes einer Kreuzblume und mit Hilfe alter Fotografien Zeichnungen gefertigt, wie die Verzierung einst ausgesehen haben könnte. "Nach dieser Vorlage habe ich die beiden Kreuzblumen dann angefertigt", sagt Steinmetz Hans Selsam. Rund 50 Stunden hat er an jeder einzelnen der grazilen Kreuzblumen gearbeitet. Eine Arbeit, die nicht nur Fingerfertigkeit, sondern auch Ausdauer erfordert. Die war aber auch bei der Montage in luftiger Höhe am Kirchenportal gefragt. "Hier muss alles genau passen. Die senkrechte Ausrichtung, die Winkel und die Abstände müssen stimmen. Sonst gibt das nachher ein schiefes Bild", sagt der Steinmetz. Mit einem speziellen Zwei-Komponenten-Harzkleber hat er die Kreuzblumen an Ort und Stelle befestigt.
Die Restaurierung geht auf die private Initiative des Kyllburger Bürgers Manfred May zurück, der die Arbeiten mit der Denkmalpflege-Behörde abgestimmt und finanziert hat. May engagierte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach und mit großzügigen Spenden für diverse Erneuerungsarbeiten an den Kyllburger Kirchen. Unterdessen hat der vermögende Kyllburger eine Stiftung gegründet, die sich der Restaurierung von Kulturgütern in der Region Trier verschrieben hat. RH