550 Stunden Eigenleistung

Rund 150 Quadratmeter haben die Oberkailer an ihre Kita angebaut, um Platz für die Kinder unter drei Jahren zu schaffen. Dabei hat die Ortsgemeinde kräftig mit angepackt. Hunderte Arbeitsstunden haben die Dorfbewohner in ihren Kindergarten investiert.

Oberkail. Mehr Platz für die Kleinen: Die Oberkailer haben ihren Kindergarten erweitert und sind dabei stolz auf die großen Leistungen, die sie selbst erbracht haben. Viele Dorfbewohner haben nämlich insgesamt 550 Stunden an dem Anbau mitgearbeitet. 330 Stunden davon wurden vom Ortsgemeinderat selbst erbracht. Damit haben die Oberkailer rund 20 000 Euro gespart.
"Dass die Kosten von 350 000 auf 525 000 Euro stiegen, hat zu einigen Diskussionen im Rat geführt", erzählt Ortsbürgermeister Rudolf Densborn, "aber fast alle haben eingesehen, dass diese Investition wichtig ist für die Dorfentwicklung und die Zukunft." Beim Abreißen der jahrzehntealten grünen Wandvertäfelung in den Räumen und Aufreißen der Böden stellten die Oberkailer fest, dass ihre Kita nicht energetisch isoliert war. Außerdem war der Estrich porös. Auch die Außentreppe musste dringend erneuert werden.
Endlich Personalraum


Alles Kosten, die bei der ersten Schätzung nicht voraussehbar waren. "Wir wollten eine Kita, die auch die kommenden Generationen noch nutzen können, deshalb haben wir alles richtig saniert", sagt Densborn.
In den neuen Anbau sind jetzt die Turnhalle, der Geräteraum und ein Schlafzimmer für die Kleinen untergebracht. Außerdem gibt es endlich auch für das Personal einen Rückzugsraum mit Küchenzeile. Dazu fällt Kita-Leiterin Anja Kartz nur eins ein: "Das ist Qualität hoch drei." Auch während der Sanierung sei alles reibungslos verlaufen, sagt sie. Ein Raum nach dem anderen wurde erneuert. Die Kinder zogen immer mit um. "Die Kinder fanden das spannend. Sie durften immer schauen, was sich in ihrer Gruppe verändert, und haben Fotos davon gemacht", sagt die Kita-Chefin lachend.
Besucht wird die Kita von Kindern aus Oberkail, Gransdorf, Gindorf, Kyllburgweiler, Orsfeld, Seinsfeld und Steinborn. Insgesamt ist Platz für 80 Kinder, um die sich zehn Erzieherinnen kümmern.
Für die Kleinen unter drei Jahren gibt es 20 Plätze. Gebaut wurde die Einrichtung 1974 mit 400 Quadratmetern Fläche. Der Bauantrag für die Vergrößerung der Kita um 150 Quadratmeter wurde 2012 gestellt.
Mittlerweile toben die Kleinen durch den neu errichteten Anbau. Anstatt drei gibt es jetzt vier Gruppen: eine Regelgruppe mit bis zu 25 Plätzen, zwei kleine altersgemischte Gruppen mit jeweils 15 und eine geöffnete Gruppe mit 25 Plätzen. Zusätzlich zum Anbau wurde gleichzeitig der Sanitärbereich mit Bad und Toiletten erneuert. Dazu wurde das Gebäude energetisch saniert. So können die Oberkailer auch noch Energiekosten sparen.

Alles zusammen kostete 525 000 Euro. Davon förderte das Land 111 000 Euro, der Kreis übernahm 70 600 Euro. Den Rest finanziert die Gemeinde über Kredite.
"Die Refinanzierung erfolgt durch die Vermietung an den Träger der Einrichtung, die Verbandsgemeinde Kyllburg", sagt Rudolf Densborn, Ortsbürgermeister aus Oberkail.
Ein Tag der offenen Tür, zu dem jeder Interessierte eingeladen ist, wird am 10. Mai ab 14 Uhr in der Kita in Oberkail veranstaltet.