Anna Zeimmes ist die Beste

Anna Zeimmes ist die Beste

Sellericherin Anna Zeimmes hat den Landeswettbewerb der Stuckateure gewonnen. Im September bereits ehrte die Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg sie als Prüfungsbeste ihres Jahrgangs.

Buchet/Sellerich. Erst brachte sie der reine Zufall zu ihrem Handwerk, nun hat die 22-jährige Stuckateurin Anna Zeimmes ihren Kollegen gezeigt, wo die Kelle hängt: Nicht nur, dass die Sellericherin ihre dreijährige Ausbildung beim Unternehmen von Herbert Igelmund in Buchet als Jahrgangsbeste der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg abgeschlossen hat, auch im Landeswettbewerb in Kaiserslautern überzeugte sie mit ihrer Professionalität die Jury und darf sich als Beste in ganz Rheinland-Pfalz rühmen.
"Dass ich Stuckateurin wurde, war so konkret tatsächlich erstmal nicht geplant", erinnert sie sich an ihre Anfänge. Nach dem Besuch der berufsbildenden Schule in Prüm habe sie, mit dem Fachabitur in der Tasche, einen Ausbildungsplatz gesucht.
"Es war klar, dass ich unbedingt ins Handwerk wollte, das habe ich von zu Hause aus mitbekommen, doch in welchen Bereich, wusste ich erstmal nicht", sagt sie. Zufällig sei sie beim Stöbern im Internet über eine Anzeige ihres späteren Ausbilders gestolpert. "Es klang interessant und war nicht weit weg. Ich versuchte es einfach mal mit einer Bewerbung, und schon hatte ich die Stelle." Was sie nicht ahnen konnte: Ihrem Ausbilder fiel sie bereits vor ihrer Bewerbung positiv auf.
"Im Grunde habe ich sie schon zwei Jahre vorher entdeckt", sagt Igelmund und lacht laut. Er erinnere sich noch gut an den ersten nachhaltigen Eindruck: "Wir bauten gerade an unserem Gemeindehaus, als mir eine junge Frau beim Traktorfahren auffiel - sie war dabei ziemlich professionell unterwegs. Zwei Jahre später stand sie mit einer Bewerbung vor der Tür, da musste ich nicht lange überlegen."
Mit möglichen Vorurteilen zu Frauen im Handwerk habe sie sich übrigens nicht befassen müssen: "Zumindest sind sie mir nie aufgefallen. Wir waren aber auch wirklich wenige Frauen und immer ganz selbstverständlich mit dabei. In der Berufsschule traf ich nur im ersten Lehrjahr auf zwei andere Mädchen, als noch alle Berufe zusammen unterrichtet wurden."
Sie habe zwar zufällig ihr Handwerk gefunden, es sei aber genau das richtige für sie. "Auf jeden Fall ist der Beruf sehr abwechslungsreich, man arbeitet ständig in anderer Umgebung. Das war mir schon ziemlich wichtig", sagt sie.
Übrigens: Ebenso abwechslungsreich wie der Arbeitsort sei auch das Arbeitsfeld der Stuckateurin, sagt sie. "Zum einen machen wir noch klassische Stuckarbeiten, zum Beispiel bei Innenausbauten oder Restaurierungen alter Gebäude, zum anderen gehören aber auch viele Ausbauten bei energetischen Sanierungen zu unserer Arbeit." Langweilig werde es dank der vielfältigen Aufgaben so nie. aff
Extra

Der Beruf des Stuckateurs gehört zum klassischen Handwerk des Baugewerbes. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Zur Arbeit von Stuckateuren gehören Putzarbeiten an Wänden im Innen- und Außenbereich, das Abhängen von Decken wie auch die Ausführung von Stuckarbeiten, also das plastische Formen von Mörteln oder Gips auf verputzten Flächen. Stuckateurbetriebe erledigen unter anderem auch die energetische Sanierung von Häusern . aff