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Bauern auf dem Weg nach Brüssel

Bauern auf dem Weg nach Brüssel

Winterspelt. Rund sechs Stunden Fahrtzeit kalkuliert Markus Becker aus Sevenig, Eifel-Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), für die heutige Etappe bis vor die Tore Brüssels.

"Dann machen wir Rast und fahren morgen früh in die Stadt rein." Etwa die Hälfte der teilnehmenden Bauern aus Deutschland startete von Winterspelt aus in Richtung Belgien. Sie kommen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In Winterspelt stoßen noch etwa 150 Kollegen aus Belgien und Luxemburg dazu.

Ein zweiter Konvoi aus der Bundesrepublik gelangte über Kleve ins Nachbarland. In Brüssel werden dann am Donnerstag - dem Eröffnungstag des EU-Gipfels - vermutlich rund 1000 Traktoren im Korso durch die Straßen rollen.

Für die Landwirte ist die Protestaktion auch ein logistisches Problem, aber irgendwie klappt es doch: "Meine Frau melkt, mein 75-jähriger Vater hilft mit, wo er kann, und unser Lehrling macht Überstunden", sagt Milchbauer Randy Aller aus dem Westerwald. Er hat seinen Sohn auf die Fahrt mitgenommen: "Es geht auch um seine Zukunft, deshalb muss er mit."

Über den Anblick der ständig auf der großen Wiese vor Winterspelt eintreffenden Kollegen freut sich der Landwirt: "Das ist schon toll - dabei heißt es doch immer: Wenn man zwei Bauern unter einen Hut bekommen will, muss man zwei totschlagen." Die Sternfahrt sei dafür ein schöner Gegenbeweis. Und angesichts der großen Teilnehmerzahl hofft Aller darauf, dass die Landwirte tatsächlich etwas bewirken können: "Das muss was bringen."