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Der Landwirt hat es selbst in der Hand

Der Landwirt hat es selbst in der Hand

Der zweite Futterbautag des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Eifel in Bitburg stieß auf großes Interesse. Mehr als 90 Teilnehmer begrüßte das DLR bei dieser Tagung.

Bitburg. (red) Die Landwirte informierten sich beim zweiten Futterbautag über optimale Silierverfahren, neue Trends in der Fütterung von Milchkühen sowie Kosten verschiedener Stallbauweisen und diskutierten mit Lohnunternehmern und Maschinenring über Möglichkeiten, die Silagebereitung zu verbessern."Der Landwirt hat es selbst in der Hand" war das Fazit der Diskussion zwischen Landwirten und Lohn-Unternehmern über die Verfahrensweisen bei der Silagebereitung, die von Raimund Fisch vom DLR Eifel moderiert wurde. Die Lohn-Unternehmer waren durch Klaus Land, Dingdorf, sowie Stefan Marx, Landscheid, vertreten. Die Zeitspanne, die dem Landwirt für die Bereitung einer optimalen Silage zur Verfügung steht, ist kurz. Stefan Neyses vom MBR Bitburg-Prüm erklärte, dass in dieser Zeit die Silierung schnell und gut organisiert vonstatten gehen müsse, sonst entstünden dem Betrieb Verluste durch eine verminderte Milchleistung oder durch den Kauf von zusätzlichem Kraftfutter. "Bei einem Vergleich mittelmäßiger und sehr guter Silagen können Sie Einsparungen von bis zu 1500 Kilo Kraftfutter je Kuh und Jahr erzielen", sagte Neyses. Bei einem Betrieb mit 60 Kühen entspreche dies einer Kostenersparnis von mehr als 20 000 Euro. Der Traktor ist oft ein Problem

Optimale Silage solle innerhalb von 12 Stunden gemäht, aufbereitet und einsiliert werden. Durch die immer schneller arbeitende Technik sei dies möglich. Ein Problem ist der Schlepper, der die Silage im Silo verdichtet. "Oft ist der Traktor zum Festfahren im Silo zu leicht", sagte Werner Baumgarten vom DLR Westerwald-Osteifel. Deswegen könne das Siliergut im Silo nicht ausreichend verdichtet werden. Schlechte Silierqualität und eine Nacherwärmung des Futters nach dem Öffnen des Silos seien die Folgen. Auch die Tiere leiden bei schlechten Futterqualitäten. "Vor allem die Leber wird bei Fütterungsfehlern geschädigt", sagte Dr. Gabriele Arndt von der Firma Dr. Schaette Tiergesundheit in Bad Waldsee. Die Fruchtbarkeit leide, und dies führe zu einem zu frühen Abgang der Tiere. Ein weiterer Einflussfaktor auf die Futterqualität ist der Pflanzenbestand des Grünlands. Eine Pflanze, die sich besonders negativ auf die Futterqualität auswirkt, ist der Ampfer. Werner Roth vom DLR Eifel sagte: "Wichtig ist es, die Ausbreitung der Ampfersamen zu unterbrechen." Im Heu behielten die Samen des Ampfers eine lange Zeit ihre Keimfähigkeit, während diese in einer feuchten Silage schnell verloren gehe. Roth empfahl eher eine Einzelpflanzenbekämpfung. Peter Stötzel von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising erläuterte eine Untersuchung über die Baukosten von standardisierten Baulösungen für Milchvieh-Ställe. "Mehrhäusige Milchvieh-Ställe haben gegenüber den einhäusigen Lösungen deutliche Kostenvorteile", sagte er. Wo der Melkstand errichtet wird, hat aber nur minimalen Einfluss auf die Baukosten.