Ein Schlag ins Wasser

Die Sommerferien in Rheinland-Pfalz sind gerade zu Ende. Alle Zuhausegebliebenen konnten sich nicht gerade über tolles Wetter freuen. Richtige Sommertage waren bisher spärlich gesät. Der TV hat bei den Freibädern in der Eifel nachgefragt, wie sich das für sie ausgewirkt hat.

Bitburg/Prüm. Andreas Bongarts, Schwimm-Meister im Freizeit- und Erlebnisfreibad Aqua-Fun in Körperich, hat dieses Jahr unfreiwilligerweise weniger Badegäste betreut. Nur die Hälfte der Besucher im Vergleich zum Vorjahr waren in Körperich. Die Einnahmen gingen um ein Drittel zurück. Saisonkarten verkauften sich gut, nur die Tagesbesucher blieben größtenteils aus. Die lange fällige Sanierung sei aber endlich bewilligt worden, sagt Bonarts. Deshalb nimmt er an, dass das Freibad Körperich im nächsten Jahr auf jeden Fall wirtschaftlich besser dastehen wird, da dadurch der immense Wasserverlust eingedämmt werden soll. Wenn das Wetter nicht noch schlechter wird, hat das Bad noch bis etwa Anfang September geöffnet.Ähnlich lauten die Aussagen zum Badebetrieb in den Freibädern Neuerburg, Kyllburg, Echternacherbrück und Bollendorf. Überall beklagt man rund 50 Prozent weniger Besucher als im Vorjahr. Wann der Badebetrieb in diesem Jahr eingestellt wird, ist abhängig von der Wetterentwicklung. Bei schlechter Wettertendenz wird Anfang September geschlossen. Ansonsten sind die Bäder noch bis etwa Mitte September geöffnet. Guido Kallweit, Schwimm-Meister in Kyllburg, hat noch ein wenig Hoffnung: "Es wurde ja gutes Wetter gemeldet."Komplette Regentage besser fürs Saunageschäft

Auch in Oberweis hat man etwa 50 Prozent weniger Besucher zu verzeichnen. Schwimmmeister Hans-Georg Grün: "Da wir schon am 28. April geöffnet haben, konnten wir noch vom verfrühten Sommer profitieren." Dass dadurch noch relativ viele Saisonkarten verkauft wurden, "ist natürlich gut für uns, aber blöd für die Besucher". Das Freibad Oberweis hat noch bis Anfang September geöffnet.Das Cascade-Erlebnisbad Bitburg kommt durch den Vorteil des angeschlossenen Hallenbadbereichs in solchen Sommern noch glimpflich davon. Im Juli kamen "nur" rund 20 Prozent weniger Badegäste. Außerdem kamen rund 50 Prozent mehr Saunabesucher als im Juli 2007, was den Umsatz etwas auffing. Kerstin Eppers, Assistentin der Geschäftsführung, berichtet, dass für sie daher die "richtigen" Regentage positiver waren als das "Misch-Masch-Wetter": "Denn da ist man weder motiviert fürs Bad noch für die Sauna."Spätestens ab der dritten Septemberwoche wird in Bitburg der Außenbereich geschlossen, denn da ist Reinigungswoche."Wenn das Wetter aber so bleibt, ist früher zu", sagt Eppers. "Wäre klar gewesen, dass sich der Sommer dieses Jahr so früh im Jahr präsentiert, dann wäre der Außenbereich schon früher geöffnet worden." Gleiches sagt Günter Keuler, Schwimm-Meister in Stadtkyll. Für ihn war der Sommer "eine Katastrophe". Jedoch hofft auch er noch: "Nicht auszuschließen, das es noch gut wird. Aber man hat es nicht in der Hand."Ähnliche Vorteile wie in Bitburg hat man in Prüm. Das Waldfreibad Prüm und das Freibad in Schönecken sind zwar schon geschlossen, werden aber laut Albert Leonartz von der VGV Prüm bei gutem Wetter wieder geöffnet. "Bis dahin besteht zumindest in Prüm die Möglichkeit, den Umsatz über das Hallenbad aufzufangen." Beide Freibäder sind seit rund zwei Wochen geschlossen. Und auch wenn es doch noch etwas sommerlicher werden sollte: Der Besucherandrang ist überall "erheblich schlechter als im Vorjahr".