Was, wenn die Klassenzimmer leer bleiben?

Was, wenn die Klassenzimmer leer bleiben?

Die einen richten sich auf sehr lange Schulwege ein, die anderen planen Ganztagsschulen: Der TV hat sich umgehört, wie die Verbandsgemeinden des Eifelkreises Bitburg-Prüm auf die neuen und für viele unerfreulichen Perspektiven in der Schullandschaft reagieren wollen.

Arzfeld/Prüm/Kyllburg/Neuerburg/Irrel. (kah) Fünf Hauptschulstandorte im Eifelkreis Bitburg-Prüm stehen entweder vor ihrem Aus oder einer ungewissen Zukunft. Besonders hart treffen wird es die Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld, denn dort sind es gleich zwei Schul-Orte: Daleiden und Waxweiler. "Das bedauern wir natürlich sehr", sagt VG-Bürgermeister Patrick Schnieder. Die Hauptschule in Daleiden stehe mit nur zwei neuen Anmeldungen vor dem unmittelbaren Aus. Mit Schuld daran sei die Ankündigung des Bildungsministeriums, dass es bis 2013 keine Hauptschulen mehr gebe, sagt Schnieder. Dies habe die Eltern massiv verunsichert. Schüler müssen künftig viel weiter fahren

Wie es nun weitergeht, ist noch unklar. Die Auswirkungen, das steht jetzt schon fest, werden vor allem die Schüler treffen. Denn die müssen in der flächenmäßig großen VG demnächst deutlich weitere Strecken zurücklegen, um zur Schule nach Neuerburg, Prüm oder Bleialf zu kommen. "Das hat für uns sehr sehr negative Auswirkungen", sagt Patrick Schnieder. "Das wäre ein dramatischer Verlust", sagt auch sein Kyllburger Kollege Bernd Spindler, habe die VG doch in den vergangenen Jahren viel Geld in die Schulgebäude investiert. "Der Schulstandort Kyllburg muss erhalten bleiben", sagt er - auch, wenn er sich sicher ist, dass es dort künftig weder eine Haupt- noch eine Realschule geben wird. Die Zahl der Hauptschüler ist einfach zu drastisch gesunken: Ende der 70er Jahre waren es noch 470, heute sind es 60 und für 2008/2009 haben sich nur sechs angemeldet. Spindler könnte sich vorstellen, in den vorhandenen Gebäuden eine Ganztags-Grundschule anzubieten. Auch wenn dies bedeuten könnte, dass andere Grundschulen der VG in Neidenbach, Burbach oder Oberkail schließen müssten. In der VG Prüm ist die Zukunft der Schulstandorte Schönecken und Bleialf ungewiss. Für Bleialf wünscht sich VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen, dass die Schule auch weiterhin unabhängig bleibt. In Schönecken werde es darauf ankommen, ob eine ausgelagerte Orientierungsstufe realisiert werden kann: Unterricht für Klasse 5 und 6 in Schönecken, ab Klasse 7 in Prüm. "Zunächst sind wir nicht so tangiert, dass wir die Schule in Mettendorf schließen müssten", sagt Norbert Schneider. Die VG Neuerburg sei bei der Planung im Zusammenhang mit den Schulstandorten Waxweiler und Irrel zu betrachten. Doch für konkrete Aussagen sei es noch zu früh. Die VG Irrel kann gelassener in die Zukunft sehen: Hier muss so bald keine Schule schließen. "Unsere Schule hat Gott sei Dank einen sehr guten Ruf und gute Zugangszahlen", sagt VG-Bürgermeister Hans Michael Bröhl. "Wir werden unseren Kurs beibehalten."

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