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Bauarbeiten
Alles muss man selber machen ...

Bitburg. Ab heute saniert der städtische Bauhof fünf Straßen in Bitburg. Warum er dafür keine Firma beauftragt, sondern in Eigenregie rangeht. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Für Asphaltkolonnen gibt es in Bitburg genug zu tun. Seit Jahren kämpft die Verwaltung gegen die Schlaglöcher und kann dabei offenbar nur verlieren. Wann immer ein Riss sich schließt, scheint sich andernorts bereits ein neuer aufzutun.

Die Rittersdorfer Straße ist eine der Ruckelpisten, über die Autofahrer seit Jahren klagen. Nun soll sie saniert werden – allerdings nicht von einer Firma, sondern vom städtischen Bauhof. Jüngst hat die Verwaltung das Team um eine Fachkraft verstärkt und Equipment für die Straßenbauarbeit angeschafft – etwa ein Anspritzgerät und eine Walze. „Damit erzielen wir qualitativ gute Ergebnisse“, verspricht Stadtsprecher Werner Krämer. Doch was ist der Grund für das Vorgehen?

Die Bitburger Straßen hätten viele kleinteilige Schäden, sagt Krämer, darunter auch Unfallgefahren wie Schlaglöcher. Und die könnten nicht noch Monate oder Jahre auf den Vollausbau warten. Da es sich aber nicht lohne, Firmen für kleinere Arbeiten zu beauftragen, werde der Bauhof diese nun kurzerhand selbst übernehmen.

Die Mitarbeiter werden ab jetzt also Schlaglöcher mit sogenanntem Dosenasphalt ausbessern. Das habe zwar „keine langfristige Wirkung“, so Krämer, helfe aber auf die Schnelle. Der Bauhof werde Straßen aber auch mit Heißasphalt sanieren, was die Fahrbahn „über Jahre hinweg haltbar mache“.

Größere Sanierungen, wie etwa im Südring, will die Verwaltung zwar weiterhin den Fachfirmen überlassen: „Immer dann, wenn eine Straße abgefräst werden muss, um einen neuen Belag aufzutragen, werden wir Unternehmen beauftragen.“ Aber oft fehle der Verwaltung das Geld für eine komplette Asphaltierung. Dann müssten punktuelle Reparaturen erstmal reichen – bis ein Vollausbau geplant und finanziert ist.

Wie viel günstiger dieses Werkeln in Eigenregie für die Stadt wird, ist nach Angaben des Sprechers noch unklar: „Die Kolonne hat gerade erst ihre Arbeit aufgenommen und es liegen noch keine Zahlen zu den Kosten vor.“

Zum ersten Mal im Einsatz war der Bauhof an der Zufahrt zum Friedhof Kolmeshöh. Ab heute geht es mit der Sauerstraße weiter. In den kommenden Wochen sind dann die Berliner Straße (ab 17. September), die Diekircher Straße (ab 24. September), die Rittersdorfer Straße (ab 1. Oktober) und die Straße „Auf Paulskreuz“ dran (ab 15. Oktober).

Bis in den Herbst hinein wird also gearbeitet. Was auch zu leichten Verkehrsbehinderungen führe, wie der Sprecher der Verwaltung erklärt. Wenn etwa der Heißasphalt aufgetragen wird, muss die Fahrbahn für kurze Zeit gesperrt bleiben. Wer daher in den genannten Straßen große Lieferungen erwartet oder etwa die Wagen von den Pflegediensten, kann sich unter Telefon 0151-16216612 beim städtischen Bauhof melden.