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20 Jahre im Wartestand

NOHN. Im Baugebiet "Auf Hostert" soll endlich gebaut werden dürfen. 200 000 Euro hat die Gemeinde investiert, und das Geld liegt brach, weil der Bebauungsplan nicht rechtskräftig ist – seit 20 Jahren. Die erneute Offenlage des Planes hat weitere Einwendungen gebracht. ARRAY(0xc892a78)

"Wir hoffen trotzdem auf Rechtskraft im Sommer. Das Desaster muss nach so langer Zeit mal ein Ende finden", stöhnt Ortsbürgermeister Alfons Maas. Das Baugebiet wurde zum örtlichen Dauerthema, weil es zuerst nicht konkret angepackt wurde und dann ein Grundstücksbesitzer immer wieder neue Ansprüche geltend gemacht hat. Maas erklärt: "1986 gab es den ersten rechtskräftigen Bebauungsplan, der aber nie umgesetzt wurde. Vor acht Jahren haben wir es dann wieder aufgerollt." 1998 wurde Maas Ortsbürgermeister, und damit änderte sich die Strategie. Er sagt: "Seit 1973 hat die Gemeinde schon kein einziges Baugrundstück mehr im Angebot. Wir haben dann in den vergangenen Jahren nach und nach in diesem Baugebiet Land angekauft." 20 der 25 Baustellen "Auf Hostert" gehören der Gemeinde. 200 000 Euro flossen in den Landkauf und das Umlegeverfahren. Drei konkrete Anfragen liegen Maas vor. Die künftigen Bauherren drängen aufs Baurecht. Doch einer der fünf Privateigentümer hatte schon mit einer Klage Erfolg. Die Gemeinde hatte in der Erstfassung nicht ausreichend die Belange einer möglichen gewerblichen Nutzung innerhalb des Baugebietes berücksichtigt. Manfred Widua vom Hillesheimer Bauamt erklärt: "Aus Sicht des Gerichtes hat die Ortsgemeinde aber jetzt das Problem, dass sich das Wohngebiet mit einem Betrieb verträgt, vernünftig abgearbeitet."Neuer Ärger mit altem Grundstücksbesitzer

Die erneute Offenlegung des Planes endete in der vergangenen Woche. Doch exakt dieser Grundstücksbesitzer hat erneut eine Änderung gefordert. Worum es genau geht, will und darf Widua nicht sagen: "Das muss jetzt rechtlich geprüft werden, weil es sich hier wirklich um ein kompliziertes Verfahren handelt." Die Eingaben der Fachbehörden seien hingegen "eher als unerheblich" zu bewerten. Der Nohner Ortsgemeinderat wird sich in seiner nächsten Sitzung damit auseinander setzen. Vor etlichen Jahren haben bereits einige Grundbesitzer sozusagen am Kopfende des Brigittenweges (am Rand des Baugebietes) gebaut. So entstand aus Blickrichtung Nohner Mühle zum Dorf hin eine ovale Freifläche. Ortsbürgermeister Maas erklärt: "Das waren früher Kleingärten, und heute ist es das Baugebiet ,Auf Hostert'. Mit der Bebauung würde das Dorf endlich abgerundet und die große Lücke Niemandsland mittendrin geschlossen." Bauexperte Widua lässt Hoffnung aufkommen, wenn er sagt: "Für die Ortsgemeinde könnte es von Vorteil sein, dass am Brigittenweg schon Häuser stehen." Ortsbürgermeister Maas steht parat: "Wir würden gerne im Herbst mit der Erschließung beginnen." Das Geld dafür hat die Gemeinde. Der Haushalt sei bereits "seit Ewigkeiten" ausgeglichen. 600 000 Euro machen die Rücklagen aus. An der günstigen Finanzlage der Gemeinde wird sich auch auf lange Sicht nichts ändern. "Wir kriegen jährlich 40 000 Euro Bruchzinsen, und das Kalkstein-Vorkommen reicht noch für 50 Jahre", prognostiziert Maas. Der "Korea-Bruch", der seinen Namen erhielt, weil er zeitgleich mit dem Ausbruch des Korea-Krieges eröffnet wurde, liegt zwischen dem Ortsrand und dem bekannten Nohner (Dreimühlen-)Wasserfall.