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Kultur
Von Tag zu Tag etwas Neues entdecken

Alexander Kaul (rechts) und Christian Siebert (vorne) waren die Akteure des Lionskonzerts. Mit dabei waren ihre Eltern Rainer und Marita Kaul (Zweiter und Dritte von rechts) sowie Jörg und Angelika Siebert.
Alexander Kaul (rechts) und Christian Siebert (vorne) waren die Akteure des Lionskonzerts. Mit dabei waren ihre Eltern Rainer und Marita Kaul (Zweiter und Dritte von rechts) sowie Jörg und Angelika Siebert. FOTO: Brigitte Bettscheider
Daun/Kaperich. Heim(at)spiel für Alexander Kaul: Der 23-Jährige gehört zu den talentiertesten Oboisten bundesweit. Von Brigitte Bettscheider

Von Tag zu Tag etwas Neues entdecken und die eigene musikalische Handschrift weiterentwickeln: Das ist Alexander Kauls Anspruch an sein Oboenspiel. Und zwar schon seit mehr als einem Jahrzehnt und mit Erfolg. Hatte doch der heute 23-Jährige, von den Kölnischen Höfen bei Kaperich in der Verbandsgemeinde Kelberg stammende Student (Hochschule für Musik und Theater in Rostock) – nach einem Probejahr mit dem Saxofon – 2005 die Oboe zu seinem Instrument und den Konzertmusiker zu seinem Berufswunsch erklärt. Gehört er doch seither zu den ersten und zweiten Preisträgern der Regional-, Landes- und Bundeswettbewerbe von „Jugend musiziert“ und zu den Siegern eines Musik-Talent-Wettbewerbs.

Kaul spielt schon seit Jahren in renommierten Orchestern, er war an Konzerten weltweit unter namhaften Dirigenten beteiligt und als Solist und Orchestermusiker auf Tonträger aufgenommen worden. Er absolviert Meisterkurse bei bekannten Oboisten, er ist Stipendiat. Und wirkt immer wieder an Konzerten in der Vulkaneifel mit, zunächst im Orchester der Musikschule Landkreis Vulkaneifel, zuletzt bei den Aufführungen der Requien von Fauré und Rutter in Daun und Manderscheid (der TV berichtete).

Dass er vom Lions Club (LC) Daun nun bereits zum dritten Mal für ein Konzert angefragt wurde, freue ihn sehr, sagte Alexander Kaul dem TV. Es zeige das Interesse an seiner musikalischen Entwicklung, und es gebe ihm die ansonsten eher seltene Gelegenheit, solistisch zu spielen. Außerdem: „Die Eifel ist und bleibt meine Heimat“, erklärte er – „und die Heimat trägt man mit sich, egal, wo man ist.“ Natürlich seien die Konzertreisen in die USA, nach Tunesien, Italien und Slowenien eine großartige Sache gewesen. Und Auftritte mit einem Projektorchester in Hamburg und Rostock stünden unmittelbar bevor, erzählte er. „Aber nirgendwo sonst erlebe ich Ruhe und Entspannung wie hier“, betonte er. Dafür sorgten auch seine Eltern Marita und Rainer Kaul – „so wie sie mich von Kind auf im Musizieren unterstützt, aber niemals gedrillt haben.“

Das 182. Lionskonzert gab Alexander Kaul im Duo mit einem gleichaltrigen Kommilitonen, dem Pianisten Christian Siebert. Dieser stammt aus Esslingen bei Stuttgart und hat ebenfalls zahlreiche musikalische Erfolge vorzuweisen. „Das Hauptanliegen der Lionskonzerte war von jeher, junge Musiker zu fördern und ihnen immer wieder eine Bühne zu bieten“, erklärte zu Beginn Margot Bangert als die Musikbeauftragte des LC. So könnten die Zuhörer über Jahre hinweg die Entwicklung von jungen Talenten begleiten und ihre Fortschritte genießen.

   In der Tat: Alexander Kaul begeisterte das Publikum mit der Oboe, ob er sie nun bei Johann Sebastian Bach, Sergej Prokofjew oder Robert Schumann lebendig, munter, weich, durchdringend oder traurig erklingen ließ. Dazu die Klaviermusik von Christian Siebert – mal festlich, mal melancholisch, immerzu melodisch.