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Literatur
Ein absolut kalorienfreier Adventskalender

Tanja Otto (links) und Sandra Jungen (rechts) haben an dem literarischen Adventskalender „Lichter im Advent“ mitgewirkt und stellen das Buch in Daun bei einer Lesung vor.
Tanja Otto (links) und Sandra Jungen (rechts) haben an dem literarischen Adventskalender „Lichter im Advent“ mitgewirkt und stellen das Buch in Daun bei einer Lesung vor. FOTO: Brigitte Bettscheider
Daun/Gillenfeld. Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober war die Anthologie „Lichter im Advent“ vorgestellt worden. Inzwischen sind die Autorinnen des literarischen Adventskalenders auf Lesereise, darunter zwei aus dem Landkreis Vulkaneifel: Sandra Jungen und Tanja Otto.

Mit dem Wort „Schreibschwestern“ bringen Sandra Jungen und Tanja Otto auf den Punkt, was sie seit etwa zwei Jahren verbindet. Seinerzeit lernten sich die beiden Frauen im Online-Autorenkurs bei der Schriftstellerin und Übersetzerin Lea Korte kennen. „Genau die richtige, beste Entscheidung, um das Schreiben zu professionalisieren“: Auch darin sind sich die „Schreibschwestern“ einig.

    Nun gehören die beiden zu dem Kreis der Autorinnen, die mit einer Kurzgeschichte an dem literarischen Adventskalender als Neuerscheinung des Rhein-Mosel-Verlags (RMV) beteiligt sind – 29 an der Zahl, allesamt Absolventinnen der Kurse von Lea Korte.

Die Initiatorinnen und Herausgeberinnen der Sammlung sind Marion Bischoff aus der Pfalz und Gabi Schmid aus dem Württembergischen. Ihre Vorgabe: Der Text sollte maximal acht Buchseiten lang sein und der Schluss hoffnungsvoll. Das Ergebnis: Für jeden Tag im Advent, ergänzt um je ein Extra für die Adventssonntage und den Heiligen Abend, finden sich lustige, besinnliche, skurrile, fantastische, verräterische (und absolut kalorienfreie) Geschichten.

   „Süßer die Glocken“ ist der Titel der Kurzgeschichte von Sandra Jungen, zu lesen am 23. Dezember. Die 43-Jährige aus Gillenfeld – verheiratet, zwei Kinder – ist von Beruf Fotografin („Das ist Schreiben mit Licht“, sagt sie) und zudem als Betreuerin an der örtlichen Grundschule tätig. Ihre Vorliebe fürs Schreiben und ihr Interesse an Geschichte von Jugend an verband Sandra Jungen, als sie auf die Kriegserlebnisse ihrer Großmutter aufmerksam wurde und den Roman „Hanna – Kriegsjahre einer Krankenschwester“ schrieb (der TV berichtete). Der zweite Roman ist in Arbeit  – „etwas Humorvolles über einen Eifeler Förster“, verrät sie. Die Idee für einen dritten Roman habe sie im Kopf, zwei weitere Kurzgeschichten für Anthologien von Marion Bischoff und Gabi Schmid seien so gut wie fertig.

 Wer in dem literarischen Adventskalender das Türchen „24. Dezember“ öffnet, bekommt „Fröhliche Weihnachten“ von Catrin Reitz zu lesen. Hinter dem Namen steht allerdings Tanja Otto. „Ich habe mich für das Pseudonym aus meinem Mittelnamen Catrin und meinem Mädchennamen Reitz entschieden, da es den Autorennamen Tanja Otto bereits gibt“, erklärt die 48-Jährige. Die gelernte Hotelfachfrau arbeitet in Daun als Wellness-Masseurin.

Die Kurzgeschichte „Fröhliche Weihnachten“ ist ihr Debüt. „Meine erste Veröffentlichung“, sagt sie strahlend. Und erzählt, dass der Wunsch zu schreiben bestehe, seit ihr ihre Grundschullehrerin ein besonderes Talent an fantasievollem Formulieren bescheinigt habe; dass sie in der Gymnasialzeit in der Redaktion der Schülerzeitung gewesen sei; und dass sie immerzu Tagebuch und Briefe schreibe. „Jetzt bin ich erst recht Feuer und Flamme“, sagt Tanja Otto. Und freut sich mit ihrer Schreibschwester Sandra Jungen auf die Lesung in Daun und die Buchvorstellung im Fernsehen (siehe Info).