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Ausbau der L 143 bei Hinzenburg soll bis Mai beendet sein - doch dann ist noch nicht Schluss

Die neue Brücke zwischen Heddert und Hinzenburg ist fast fertig.
Die neue Brücke zwischen Heddert und Hinzenburg ist fast fertig. FOTO: Christa Weber
Heddert/Hinzenburg. Viele Autofahrer werden aufatmen: Die Arbeiten an der Landesstraße 143 bei Hinzenburg sollen Mitte Mai beendet sein. Dann gilt auf der wichtigen Pendlerstrecke zwischen Trier und dem Hochwald wieder freie Fahrt – aber nicht für lange. Christa Weber

Auf diese Nachricht haben die Bewohner vieler Orte in der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See und im oberen Ruwertal wohl sehnlichst gewartet: Der seit gut einem Jahr andauernde Ausbau der L 143 zwischen Heddert und Hinzenburg ist so gut wie abgeschlossen. Wie Winfried Schmitt vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) mitteilt, sollen bis Mitte Mai sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein. Dann könne auch die Vollsperrung der L 143 in diesem Bereich aufgehoben werden.

Die aktuelle Baustelle: Für Berufspendler, die zwischen Trier, dem oberen Ruwertal und dem Hochwald unterwegs sind, ist die Landesstraße eine wichtige Verbindung. Seit Mai 2016 mussten sie wegen der Sperrung bei Heddert längere Umwege in Kauf nehmen. Die offizielle Umleitung führt von Pluwig über Schöndorf/Holzerath (L.146) und Kell (K.75) zurück auf die L.143 (siehe Grafik). Grund für die Vollsperrung war der Bau einer Brücke über die Rauruwer, die bei Heddert unter der Straße hindurchfließt. Für rund eine Million Euro wurden zusätzlich die Fahrbahnen vor und hinter der Brücke ausgebaut, die Kurve und das Gefälle entschärft und die Entwässerung verbessert.

Die nächsten Schritte: Freie Fahrt auf der L.143 - das wird laut LBM allerdings nur für wenige Monate gelten. Die Landesstraße wird seit Jahren immer wieder stückweise saniert - und noch immer fehlen Abschnitte. Zwei davon sollen im Sommer auf einen Schlag angepackt werden: von Pluwigerhammer bis zur K.56 und von Hinzenburg bis zur neuen Brücke (siehe Grafik). Es sei "angedacht", sagt Schmitt, dass beide Abschnitte "in einem Auftrag gleichzeitig vergeben und auch ausgeführt werden". Damit wolle man die Bauzeit auf 15 Monate verkürzen. Spätestens nach den Sommerferien soll es losgehen. Die Straße wird dafür wieder voll gesperrt, es gilt dieselbe Umleitung wie aktuell.

Reaktionen: Der LBM will sein Konzept noch mit den betroffenen Gemeinden abstimmen. Während der aktuellen Bauphase hatten Buskunden über die Umwege und geänderte Fahrpläne geklagt (TV vom 12. September). Die Reaktionen auf die Fortsetzung des Ausbaus fallen unterschiedlich aus. Uwe Kirchartz, Ortsbürgermeister in Schöndorf, sieht die kommenden Arbeiten "positiv". Damit werde die enge Kurve vor Hinzenburg "endlich entschärft". Wegen der Umleitung durch Schöndorf gebe es zwar "mehr Lärmbelästigung" für einige Anwohner. Positiv sei aber, dass "jetzt mehr Leute auf unseren Ort aufmerksam werden".

Der Hinzenburger Ortschef Werner Scherf ist froh, "dass es weitergeht". Der Bau der Brücke habe sich zwar "schon ein Jahr hingezogen". Wenn nun zwei Abschnitte parallel angegangen würden, sei das "okay. Wir müssen dann eben 15 Monate in den sauren Apfel beißen". Für diejenigen im Ort, die bei der Firma Bilstein in Mandern arbeiteten, sei der erneute Umweg "natürlich blöd". Zudem sei die L.143 auch nach den zwei weiteren Abschnitten nicht komplett ausgebaut, moniert Scherf. Für die Abschnitte von der K.56 bis Hinzenburg und von der Ruwerbrücke bis zur K.43 nach Lampaden gebe es "noch nicht mal Planungsrecht. Bis das realisiert wird, bin ich ein alter Mann".

"Nicht so ganz begeistert" ist der Hedderter Ortschef Josef Wagner. "Man verlangt den Bürgern schon einiges ab, die müssen dann noch zwei Winter lang die Umleitung fahren." Wagner kritisiert das Land, das mehr Mittel bereitstellen müsste, "damit das Ganze zügiger geht". Mit mehr Geld, sagt Wagner, hätte man die lange Bauzeit für die Brücke nutzen und gleich den Ausbau bis zur K.43 erledigen können.

Markus Franzen, Ortsbürgermeister in Schillingen, begrüßt den weiteren Ausbau. Er habe aber "absolut kein Verständnis dafür", sagt er, dass die fehlenden Teilstücke "nicht auch gleich mit ausgebaut werden, nachdem man die lange Bauzeit der Brücke dafür bereits sinnlos verstreichen ließ". Auch er sieht die Ursache für die "schleppende Sanierung der L.143", die seit mehr als 20 Jahren laufe, in einer "verfehlten Infrastrukturpolitik" des Landes.

Das sagt der LBM: In den weiteren Ausbau der L.143 investiert das Land laut LBM rund 2,1 Millionen Euro. Für die fehlenden Teilstücke wäre zusätzlich "ein sechsstelliger Betrag" nötig. Diese Mittel seien nicht verfügbar. Im Landesstraßenbauprogramm gebe es zudem "viele andere Vorhaben mit dringenderem Handlungsbedarf", von daher sei "nur ein abschnittsweiser Ausbau der L143 in absehbaren Zeiträumen möglich". Kommentar

Das Land bestimmt das Tempo

Ist eine wichtige Verbindungsstraße fast ein Jahr lang gesperrt, dann löst das keine Jubelschreie bei den betroffenen Autofahrern und Buskunden aus. Denn die Umwege sind nun mal weit und lästig. Dass die Straße bald schon wieder für 15 Monate dicht sein soll, sorgt verständlicherweise auch nicht für Begeisterung. Aber ohne Sperrung geht es heutzutage nicht mehr. Wer eine sichere und gut ausgebaute Straße haben möchte, muss diese Begleitumstände in Kauf nehmen.

Im Fall der L.143 sind die Menschen im Hochwald und Ruwertal allerdings schon über das erträgliche Maß belastet worden. Seit Jahren geht es nur langsam und nur in kleinsten Teilabschnitten voran. Muss das tatsächlich so sein? Die Baubehörde verweist auf fehlende Mittel. Um die zu bekommen, gibt es nur eine Lösung: Das Land muss der L.143 wieder deutlich mehr Priorität einräumen.

c.weber@volksfreund

Dieser Abschnitt der Landesstraße.143 in Richtung Pluwigerhammer soll nach den Sommerferien ausgebaut werden.
Dieser Abschnitt der Landesstraße.143 in Richtung Pluwigerhammer soll nach den Sommerferien ausgebaut werden. FOTO: Christa Weber
FOTO: TMVG