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Lyra Gusenburg lädt ein zu "Musik trifft Film"

Die Kamera von Chris Jakobs (links) begleitet die Musiker der Lyra Gusenburg seit Monaten. Sie und Wendel Biwer (Neunter von links) führten Regie bei Filmen, in denen Musiker unter anderem als Beatles auftreten. Im Hintergrund ein Probe-Ausschnitt auf der Mini-Leinwand. TV-Foto: Ursula Schmieder
Die Kamera von Chris Jakobs (links) begleitet die Musiker der Lyra Gusenburg seit Monaten. Sie und Wendel Biwer (Neunter von links) führten Regie bei Filmen, in denen Musiker unter anderem als Beatles auftreten. Im Hintergrund ein Probe-Ausschnitt auf der Mini-Leinwand. TV-Foto: Ursula Schmieder
Gusenburg. Der Musikverein Lyra Gusenburg ist unter die Filmemacher gegangen. Am Samstag, 3. Januar, werden die anlässlich des 90-jährigen Vereinsbestehens entstandenen Erstlingswerke uraufgeführt. Ursula Schmieder

Gusenburg. Der im April gefeierte runde Geburtstag wird ein wenig nachklingen beim "großen Kino-Abend mit Live-Konzert". Was war angesagt, als sich 1924 der Katholische Jugendverein, seit 1956 Musikverein Lyra Gusenburg (Verbandsgemeinde Hermeskeil), gründete? Und warum begeistern von Orchestern gespielte Beatles-Medleys bis heute?
Den Antworten hat der Verein auf ungewöhnliche Art nachgespürt: mit einer Filmkamera und mehreren Kurzfilmen mit einer Gesamtlänge von etwa 75 Minuten. Als Schauspieler wirbeln einige der 50 Musiker über die Leinwand. Mal landen sie als Beatles im Hochwald, mal sorgen sie für Aufruhr an einem Fußgängerüberweg in Wadrill statt an der Londoner Abbey Road. Auch etliche nicht musizierende Gusenburger, darunter einige ältere, spielen mit bei "Der Film" - Untertitel: "Aus dem Leben eines Musikvereins". Uraufgeführt wird er am Samstag, 3. Januar, in der Grenderichhalle. Die Musiker unter Leitung von Dirigent Dietmar Knippel werden die Premiere mit der passenden Filmmusik live umrahmen.
"Es ist ein toller Film, in dem es viel zu staunen und zu lachen gibt", weckt der frühere Vorsitzende Hans Hoffmann - alias A-Team-Star Hannibal-Smith - Neugier. Schon das Filmplakat, entworfen von Johannes Trampert, der auch die selbst gedrehten Werbespots schnitt und die Veranstaltung moderieren wird, lasse das erahnen.
Entscheidend voran gebracht haben das Projekt "Musik trifft Film" Wendel Biwer und Kamerafrau Chris Jakobs, die beide Regie führten. Biwer spielt seit 14 Jahren in der Theatergruppe Waldweiler, seine Schwägerin ist leidenschaftliche Bassklarinettistin. Die Jungfilmer machten sich aus "Spaß und Fun" an die Arbeit. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch den lustigen Film von der Gründung bis zur heutigen Zeit.
Ideengeber waren Biwers Kinder, die für ihren Vater zum Geburtstag einen Film drehten. Das gefiel nicht nur ihm, sondern auch Jakobs, die aus New Mexico stammt und seit 16 Jahren in Gusenburg lebt. Um die Kombination Musik und Film noch spannender zu machen, schnitten sie Szenen privater Filme von Gusenburgern mit hinein. Dorfchronist Günter Dellwo konnte einiges beisteuern. Biwer weiß das zu schätzen: "Toll, dass wir darauf zurück greifen konnten."
Dass auch ein Western zu sehen sein wird, ist seinem Faible dafür zu verdanken - und dem Lyra-Repertoire mit Filmmusik von Ennio Morricone. Gute fünf Stunden drehten sie auf dem Gelände der Karl-May-Freunde Pluwig, deren Vorsitzender Edwin Christen ihnen Tipps gab.
Ebenfalls via Leinwand aufgepeppt wird die Filmmusik "The Stripper". Bleibt abzuwarten, ob die strippenden Musiker auch die letzten Hüllen fallen lassen werden.
Beginn der Filmvorstellung ist am Samstag, 3. Januar, um 20 Uhr, Einlass ist bereits um 19.15 Uhr. Nach Musik und Film sind Besucher eingeladen zur After-Show-Party mit Burkhard Gouverneur.