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Skat
24 Stunden lang gereizt und getrumpft


Ein Skatspieler sortiert sein Blatt. Bei einem Turnier-Marathon im Morbach-Rapperath waren 100 Teilnehmer dabei.
Ein Skatspieler sortiert sein Blatt. Bei einem Turnier-Marathon im Morbach-Rapperath waren 100 Teilnehmer dabei. FOTO: Jan-Peter Kasper / picture alliance / Jan-Peter Kas
Rapperath. 100 Spieler, darunter auch viele aus dem Hochwald, haben sich beim Skatmarathon von Herz Dame Schönberg in Rapperath gemessen. Nahezu alle haben die Spielzeit von 24 Stunden durchgehalten. Von Christoph Strouvelle

18, 20, 2, 0, 4: Passionierte Kartenspieler kennen die Bedeutung dieser Ziffernfolge genau. Denn so wird beim Skat der Alleinspieler ermittelt. Im Gasthaus Rohr in Rapperath sind diese Zahlen am Fastnachtswochenende oft zu hören gewesen. Denn der Skatclub Herz Dame Schönberg hat dort seinen 13. Skatmarathon ausgetragen. 24 Stunden lang, von Samstag 11 Uhr bis Sonntagvormittag 11 Uhr, haben 100 Skatfreunde Trümpfe ausgespielt und versucht, bei einem Null Ouvert keinen Stich zu bekommen

Die Akteure kommen aus der Region, aber auch aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, sagt Werner Schneider, erster Vorsitzender von Herz Dame Schönberg, der bei diesem Turnier auch als Schiedsrichter im Einsatz ist. Acht Spieler sind gar aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens angereist. Unter den 100 Teilnehmern befinden sich lediglich sieben Frauen.

„Wir sind einer der wenigen Vereine, die einen solchen Marathon ausrichten“, erklärt Schneider die hohe Beteiligung bei diesem 24-Stunden-Turnier. In Vierergruppen, bei denen reihum ein Akteur stets aussetzt, wird eine Serie mit 48 Spielen ausgetragen.

Nach dem Punktestand werden dann neue Vierergruppen gebildet. In der zehnten Runde spielten dann zum Schluss die Punktbesten unter sich, erklärt Schneider. In den 24 Stunden des Wettbewerbs, die lediglich durch Essenspausen unterbrochen wurden, haben die 100 Skatfreunde 12 000 Spiele ausgetragen. 9550 wurden gewonnen, 1900 verloren, hat Schneider ermittelt. 550 seien eingepasst worden. Das bedeutet: Niemand hat das Reizen eröffnet. Das punktmäßig höchste Spiel, der Grand Ouvert, ist sieben Mal gespielt worden. Fünf davon wurden gewonnen, vier davon allerdings nur durch den günstigen Kartensitz bei den Gegnern, sagt Schneider. 250 Kartenspiele sind benötigt worden. Bei einem Marathon sei es wichtig, über diesen langen Zeitraum die Konzentration aufrecht zu erhalten, sagt der Vorsitzende. Denn in den letzten Serien komme es sonst schon einmal vor, dass jemand ein Spiel verliere, das er normalerweise sicher gewinnen müsse. „Und wenn das ein Spiel ist, in dem viele Punkte vergeben werden, wirft einen das schon einmal zurück“, sagt er. Rein körperlich halten die Spieler einen Marathon normalerweise durch. Und auch von den 100 Teilnehmern haben diesmal nur drei vorab aufgegeben.

Neben Spielern aus der Region sind auch Skatfreunde aus benachbarten Bundesländern und Belgien in den Hunsrück gekommen.
Neben Spielern aus der Region sind auch Skatfreunde aus benachbarten Bundesländern und Belgien in den Hunsrück gekommen. FOTO: Christoph Strouvelle

Was ist für die Spieler das Besondere an einem Marathon? „So ein Wettbewerb ist außergewöhnlich und macht Spaß“ sagt Matthias Uttard aus dem Thalfanger Ortsteil Bäsch, dem der Spaß an dem Turnier anzusehen ist. Er spielt seit 55 Jahren Skat und ist seit zwölf Jahren Mitglied bei Herz Dame Schönberg. „Man braucht Stehvermögen und Kondition“, sagt er. Zudem sei es schön, bei diesen Wettbewerben Bekannte zu treffen, die man sonst selten sehe.