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Dörfer
Die Finanzen sind knapp

Sie liegt räumlich inmitten der Orte Odert, Gutenthal, Hunolstein und Weiperath.
Sie liegt räumlich inmitten der Orte Odert, Gutenthal, Hunolstein und Weiperath. FOTO: Herbert Thormeyer
Odert/Gutenthal/Hunolstein/Weiperath. Beim Geld  sind  die vier Ortsvorsteher aus  den Orten Odert, Gutenthal, Hunolstein und Weiperath einer Meinung: Es fehlt. Von Herbert Thormeyer

„Für die Ortsstraße Zur Riedwiese war der Ausbau wirklich notwendig“, sagt der Oderter Ortsvorsteher Erwin Pfeiffer, wenn er nach dem wichtigsten Projekt des vergangenen Jahres gefragt wird. Was aktuell ansteht, hat der Ortsbeirat noch nicht festgelegt. „Als nächstes kommt der Maibaum“, nennt der Ortschef ein Brauchtum, das eben auch  wichtig ist für ein Dorf.

Bei den Bauplätzen sind noch zwölf in privater Hand. Die Senioren feiern im Dezember gemeinsam mit Hunolstein, Weiperath und Gutenthal. Wie sieht es mit dem Budget für Odert aus? „Dürftig“, antwortet Pfeiffer knapp. Für die Ortsgestaltung sei das nicht berauschend.

Pfeiffer nennt ein Beispiel: „Für die Erneuerung des Friedhofszaunes müssen wir das im Investitionsplan von Morbach beantragen und warten, bis wir an der Reihe sind, egal wie dringend das Projekt ist.“

Lorenz Gemmel in Gutenthal nennt die Brauchtumspflege, Sport und kirchliche Feste als wichtige Bestandteile des Dorflebens. In diesem Jahr sollen die Bestattungsmöglichkeiten auf den Friedhof erweitert werden, beispielsweise durch Rasengräber. Und die Spielgeräte auf dem Spielplatz sollen fertig werden.

Gutenthal erlebt gerade einen Bauboom. „Es sind noch genügend Bauplätze da“, beruhigt Gemmel. Alle haben auch schnelles Internet. Gefragt nach den Finanzen sagt Gemmel: „Die reichen nie.“

Seiner Amtskollegin Marita Bernard in Hunolstein sind die Feiern zu 825 Jahre Burg Hunolstein, die Kirmes im Burghof und die Neugestaltung der Marienkapelle mithilfe von Rentnern und weiteren Freiwilligen noch gut in Erinnerung. Sie plant mit ihrem Ortsbeirat kleinere Investitionen am Gemeindehaus und die Instandsetzung verschiedener Wirtschaftswege.

Für Bauwillige stehen noch drei Flächen zur Verfügung. Die Versorgung mit schnellem Internet ist gut. Senioren treffen sich monatlich. Und reichen die Finanzen? Marita Bernard sagt: „Meistens nicht.“ Sie drückt aber noch ein weiterer Schuh: „Verschiedene Hundebesitzer fühlen sich nicht verantwortlich für die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners.“

In Weiperath läuft eine Dorfmoderation. Ortsvorsteher Willi Feilen kann bei der Gestaltung des Dorfes auf die Mitarbeit seiner Bürger zählen. Im letzten Jahr waren der Wirtschaftswegebau, 700 Meter Richtung Odert, und die Außensanierung der Leichenhalle auf dem Friedhof wichtige Projekte. Auf dem Friedhof soll es in diesem Jahr mit neuen Rasengräbern weitergehen. In der  Dorfmoderation kam heraus, dass es am Bürgersaal Sanierungsaufgaben gibt  und Innerortsstraßen ausgebessert werden müssen.

Es gibt zwar noch vier gemeindeeigene Bauplätze, aber, so Feilen: „Wir peilen eine neue Erschließung an.“  Heutige wie künftige Bürger können sich über schnelles Internet mit über 50 Megabit pro Sekunde Übertragungsrate freuen. Auch in Weiperath treffen sich die Senioren monatlich. Raumnot sieht Feilen im Kindergarten durch die Aufnahme von ein- und zweijährigen Kindern. Mehr Platz sei notwendig. Bei den Finanzen sagt er: „Das richtet sich halt nach dem Haushalt der Einheitsgemeinde.“ Wenn im Dorf was geschafft werden soll, wünscht sich der Dorfchef mehr Interesse und Beteiligung bei Eigenleistungen.