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Kommunales
Neue Pläne für die Morbacher Energielandschaft

Auf dem Gelände der Energielandschaft Morbach, deren Windkraftanlagen am Horizont zu sehen sind, soll ein Wertstoffsammellager eingerichtet werden. Foto: Hans-Peter Linz
Auf dem Gelände der Energielandschaft Morbach, deren Windkraftanlagen am Horizont zu sehen sind, soll ein Wertstoffsammellager eingerichtet werden. Foto: Hans-Peter Linz FOTO: TV / Hans-Peter Linz
Morbach. Morbach will einen Wertstoffhof in Kooperation mit der A.R.T. Trier einrichten. Der Gemeinderat weist auf ein ebenfalls benötigtes Erdaushublager hin. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Bebauungspläne müssen immer dann geändert werden, wenn die Nutzung eines Gebietes verändert wird oder Flächen neu abgegrenzt werden. Die Beschlussvorlage, die am Montagabend der Morbacher Gemeinderat in seiner Sitzung vorliegen hat, ist zwar nur eine Seite lang, hat es aber in sich.

Die Morbacher Energielandschaft soll weiterentwickelt werden, verspricht Bürgermeister Andreas Hackethal bei der Vorstellung des Tagesordnungspunktes „Bebauungsplan Morbacher Energielandschaft MEL“. Der Bebauungsplan soll nämlich dahingehend geändert werden, dass die Einrichtung eines Wertstoffhofes rechtlich möglich wird. „Das passt in die Thematik der MEL,“ sagt Hackethal und spielt darauf an, dass dort auch regenerative Energien wie Windkraft und Solarkraft angesiedelt sind. Zudem gibt es auf dem Gelände, das früher als Munitionslager der US-Armee diente, auch eine Firma, die Holzpellets produziert, eine andere Firma in dem Gewerbepark produziert Blockhäuser. Diese Firma wolle sich ausdehnen, erläutert Hackethal, weshalb auch dazu der Bebauungsplan verändert werden müsse. „Diese Firma hat sich gut entwickelt und bisher unterteilte die Zufahrtsstraße zur MEL das Firmengelände. Deshalb soll das Areal verändert werden,“ sagt der Bürgermeister. Die Einrichtung eines Wertstoffhofes habe den Vorteil, dass in Zukunft dort Möbel, Elektroschrott, Altglas und viele weitere Wertstoffe direkt entsorgt werden könnten, so dass man nicht auf die Sperrmüllsammlung warten müsse. Träger des Wertstoffhofes wäre dann der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier.

Das Gremium stimmt dann auch für den Beschluss. Willi Feilen von den Freien Wählern sagt: „Es ist positiv, dass wir hier ein Wertstofflager erhalten. Es wäre auch gut, ein Erdstofflager zu haben.“ Hacke­thal erklärt: „Das wäre wünschenswert, aber an ein Erdlager werden enorm hohe Standards gelegt. Das muss erst diskutiert werden“. Uwe Andretta (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßt das Projekt ebenfalls: „Es ist positiv, dass dort auch Elektroschrott gesammelt werden kann. Es ist wichtig, zum Beispiel alte Handys dort abzugeben, um durch das Recyceln die wichtigen und seltenen Rohstoffe wieder zurückzugewinnen. Es ist gut, einen Hof vor Ort zu haben, sonst müsste man damit nach Sehlem fahren.“ Außerdem werde ab 2020 der Elektroschrott nicht mehr vom Sperrmüll abgeholt, auch deshalb sei es von Vorteil, einen Wertstoffhof vor Ort zu haben.

Achim Zender (Freie Wählergemeinschaft Morbach) erinnert daran, dass es wichtig sei, auch ein Erdlager zu schaffen: „Da wir viele neue Neubaugebiete haben, sollte man daran denken, möglichst schnell ein Erdlager einzurichten.“

Verbandsdirektor Maximilian Monzel bestätigt die Planung eines Wertstoffhofes auf TV-Nachfrage. „Der Zweckverband hat bereits ein regionales Wertstoffkonzept beschlossen, das die Einrichtung von Wertstoffhöfen vorsieht. Wir haben Wertstoffhöfe in der Trierer Metternichstraße und in Rittersdorf eingerichtet, bisher fehlte aber eine Annahmestelle im Hunsrück,“ sagt Monzel. Morbach als Ballungszentrum im Hunsrück würde sich deshalb anbieten, um eine solche Anlage einzurichten, damit die Bürger dort ihre Wertstoffe gut erreichbar abgeben können. Das werde derzeit mit der Morbacher Verwaltung besprochen.

Was ein neues Erdaushublager betrifft, verweist der Chef des Zweckverbandes darauf, dass die Auflagen der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord besonders in Hinblick auf den Umweltschutz sehr hoch seien und es demnach ein schwieriger Prozess sei, eine neue Fläche auszuweisen.

Für eine solche Fläche muss der Untergrund bestimmte Anforderungen erfüllen und das Oberflächenwasser schadlos abgeleitet werden können. Die alte Erdaushubdeponie in Morbach wurde zum 31. Dezember 2017 formal geschlossen, da die genehmigte Einlagerungsmenge erreicht war. Sie wurde seit 1990 von der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich betrieben und zum 1. Januar 2016 von der A.R.T. übernommen.