"Das Konzer Publikum ist fantastisch!"

"Das Konzer Publikum ist fantastisch!"

Das Kulturjahr 2013 beginnt mit zwei Höhepunkten: Daniel Lewis Williams tritt gleich zweimal im Kloster Karthaus auf. Der Trierische Volksfreund hat mit dem renommierten Bassisten darüber gesprochen, was ihm an Konz so gut gefällt.

Konz. Daniel Lewis Williams tritt am Wochenende in Konz auf. Seine Tochter, Mezzosopranistin und Fernsehmoderatorin Judith Williams, wird ihn bei zwei Neujahrskonzerten im Kloster Karthaus unterstützen: am Samstag, 5. Januar, 20 Uhr und am Sonntag, 6. Januar, 11 Uhr. Damit macht er den Auftakt im diesjährigen Kulturprogramm der Stadt Konz. Im Gespräch mit TV-Mitarbeiter Maleck Omairat verrät er, warum er gerne mit seiner Tochter auftritt und was den Amerikaner dazu bewegt hat, nach Konz zu ziehen.Herr Williams, Sie kommen aus den USA und haben dort Musik und Schauspiel studiert. Was hat Sie dazu bewegt, nach Deutschland zu kommen?Daniel Lewis Williams: Ich wollte schon immer nach Deutschland kommen, um bei den sehr guten und renommierten deutschen Bassisten zu studieren. Nachdem ich meine Frau geheiratet habe, kamen wir nach Deutschland und haben hier schnell Fuß fassen können. Ich habe mich an der Hochschule für Musik in München beworben. Von 300 Bewerbern wurden nur drei genommen, und ich war Gott sei Dank einer von ihnen. Warum kamen Sie nach Ihrem Studium ausgerechnet nach Trier?Williams: Nach dem Studium habe ich bei Agenten vorgesungen, die mich dann an verschiedene Opernhäuser vermittelten. Mein Agent hat drei Theater in Aussicht gehabt, die mich hören wollten. Das waren Trier, Frankfurt am Main und Mannheim. Das erste Vorsingen war im Mai 1972 in Trier. Ich kam hierher und habe mich sofort in die Stadt verliebt. Nach dem Vorsingen hat mich mein Agent angerufen und gesagt, dass das Theater Trier mich sehr gerne haben möchte. Und da ich sowieso nicht mehr weg aus Trier wollte, sind wir dann im Juli 1972 nach Trier gezogen. Was fasziniert Sie an Konz? Warum treten Sie hier immer wieder gerne auf?Williams: In Konz sind viele musikbegeisterte Menschen, wir haben sehr viele Männergesangsvereine, die ich versuche zu unterstützen. Außerdem lieben wir die Mosel, und wir sind so nah an Luxemburg, Belgien und Frankreich. Es ist eine wunderschöne internationale Stadt. Ich komme aus Billings, Montana, wo alles sehr cowboyhaft zugeht, ein ganz großer Unterschied zu Konz. Aber wir haben gelernt, es hier zu lieben und sind sehr froh, dass wir hier geblieben sind. Nun tritt Ihre Tochter Judith oft mit Ihnen auf. Wer von Ihnen beiden hatte die Idee, dass sie zusammen auf der Bühne stehen?Williams: Die Idee, zusammen aufzutreten, kam von Judith. Ich habe meine Tochter sehr unterstützt. Sie hat auch Gesang studiert in Köln beim Kammersänger Kurt Moll. Sie hat eine sehr schöne Mezzosopran-Stimme. Wir ergänzen uns im Konzert. Weil sie das Weibliche in der Oper darstellen kann und ich das Männliche. Wir machen lustige Sachen. Wie ist das Gefühl, mit der eigenen Tochter auf der Bühne zu stehen?Williams: Wenn man Kinder hat und man kann gemeinsam was mit ihnen machen, dann ist dies das beste Gefühl, das Gott uns geben kann. Familie ist für mich alles.Was sagen Sie zum Konzer Publikum?Williams (lächelt): Das Konzer Publikum ist fantastisch, wie die Konzer Bürger. Die Leute hier helfen einem, wo sie nur können. Können Sie uns ein paar Stücke verraten, die Sie bringen werden?Williams: Die Bandbreite der Oper ist sehr groß. Ich werde einige Stücke bringen, die ich hier bisher noch nie gesungen habe, auch von Musical Comedy. Meine erste Arie wird wahrscheinlich "Der König aus Lohengrin" - das ist eine wunderschöne Partie. Es wird ein Potpourri aus den besten Sachen meiner Karriere. Werden Sie der Stadt Konz treu bleiben?Williams: Auf jeden Fall. Konz ist mittlerweile unsere Heimat. Wir haben hier sehr viele liebe Freunde und Nachbarn. Außerdem wird das nicht mein letzter Auftritt in Konz gewesen sein.Extra

Daniel Lewis Williams ist ein international geschätzter Sänger. Er ist in Billings, Montana aufgewachsen. Schon im Alter von 16 Jahren gewann er den internationalen Kiwanis-Talentwettbewerb in New York. Er studierte an der Universität Utah und danach an der Hochschule für Musik in München. Sein erstes Engagement als Bass in Europa war im Jahr 1972 an der Oper in Trier. Inzwischen singt er in den bedeutendsten Opernhäusern und auf Festivals auf der ganzen Welt. mao

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