Der Gemeinderat Neuhütten vergibt Um- und Anbauarbeiten für Nationalpark-Servicestation in Muhl.

Investition : Vom Bürgerhaus zur  Servicestation

Der Gemeinderat Neuhütten vergibt Um- und Anbauarbeiten in der gefragten Anlaufstelle des Nationalparks Hunsrück-Hochwald in Muhl.

In den vergangenen Monaten stand das Bürgerhaus im Neuhüttener Ortsteil Muhl wiederholt auf der Tagesordnung. Nun geht es dort endlich los mit dem Umbau zur barrierefreien Servicestation des Nationalparks Hunsrück-Hochwald (siehe Info-Box). Der Ortsgemeinderat beauftragte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Handwerksarbeiten. Lediglich Schreinerarbeiten werden neu ausgeschrieben. Das einzige erhaltene Angebot wurde als zu teuer verworfen. Ortsbürgermeister Peter Kretz ist ermächtigt, den einen Posten in einem gewissen Rahmen ohne Ratsbeschluss zu beauftragen. Abgesehen davon sind alle Gewerke vergeben: von den Erd-, Maurer-, Beton- und Abbrucharbeiten bis zu Elektro- oder Heizungs- und Sanitärarbeiten.

Insgesamt belaufen sich die Arbeiten auf um die 330 000 Euro, etwa zehn Prozent über der 2016/17 kalkulierten Summe (der TV berichtete). Wegen der aktuell sehr guten Auftragslage bei Handwerkern wurde das aber bereits erwartet. Laut Harald Haubricht, Bauamtsleiter der Verbandsgemeine (VG) Hermeskeil, werden nach einer aktuellen Entscheidung auch bis zu zehn Prozent Mehrkosten im gleichen Umfang gefördert. Die Gemeinde selbst muss nur etwa ein Zehntel der Investitionssumme zahlen. Größter Geldgeber ist das Land mit 75 Prozent Zuwendungen über den Europäischen Landwirtschaftsfonds (Eler) und 15 Prozent Landesmittels des Nationalparkamtes.

Um die Kosten trotz Teuerung im Rahmen zu halten, wurden geplante Details „abgespeckt“, wie Architekt Simon Kolz erläutert. So wird es etwa statt einer größeren Fensterfront zwischen Saal und Terrasse nur drei je gut einen Meter breite bodentiefe Fenster – das mittlere als Tür nutzbar – geben.

 Laut Hans-Peter Kolz wollen die ersten Handwerker bereits in zwei Wochen beginnen. Denn bis Oktober soll alles fertig sein – einschließlich der kompletten Abrechnung, was aber kaum zu schaffen ist. VG-Beauftragter Hartmut Heck will sich daher für eine Verlängerung der an die Zuwendungen geknüpften Frist einsetzen. Hier liege ja kein Verschulden der Verwaltung oder von Firmen vor. Die Betriebe seien lediglich sehr gut ausgelastet.

Ebenfalls beschlossen ist die Satzung für das Sanierungsgebiet Muhl, das sich laut Kretz über das „Gebiet zwischen den Ortstafeln“ erstreckt. Damit ist der Weg frei für steuerliche Vergünstigungen der Eigentümer, die dort investieren. Mit einem weiteren Beschluss bekräftigt die Gemeinde gegenüber dem Landesbetrieb Mobilität, dass sie im Zuge des Ausbaus der L 166 auch den der Ortsdurchfahrt wünscht. Es müsse allerdings die Entwässerungsproblematik am Ortseingang aus Richtung Otzenhausen geklärt werden.

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