Gegenwind für Windräder

Die Bügerinitiative in Weiskirchen wird demnächst die Unterstützer-Unterschriften Bürgermeister Werner Hero übergeben. Sie hofft, dass er und die Mehrheitsfraktionen im Gemeinderat von ihrem Windpark-Projekt ablassen.

Weiskirchen. Kommt es demnächst in der Gemeinde Weiskirchen zu einem rechtlich verbindlichen Bürgerentscheid in Sachen Windkraft? Ein entsprechendes Bürgerbegehren ist jedenfalls derzeit im Gang.

Die Gemeindebevölkerung hatte schon am 7. Juni über den Bau von Windkraftanlagen in einer rechtlich unverbindlichen Einwohnerbefragung abgestimmt und sich mit klarer Zweidrittel- Mehrheit (67,6 Prozent) gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. Doch die Mehrheitskoalition von CDU, FDP und GAL im Weiskircher Gemeinderat hält an der Errichtung von Windkraftanlagen im Hochwald fest. Derzeit sind die Windkraft-Pläne jedoch nach einer Intervention der Weiskircher Hochwald-Kliniken auf Eis gelegt.

Ungeachtet dessen hat die "Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen im Wildpark und im Wald" Anfang Juli ein Bürgerbegehren eingeleitet, über dessen Stand der Vorstand jetzt erstmals berichtet.

Mehr als 15 Prozent haben unterschrieben



"Die bisherige Beteiligung am Bürgerbegehren hat unsere Erwartungen weit übertroffen, denn die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen 15 Prozent der wahlberechtigten Bürger haben wir erheblich übertroffen", freut sich der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Edgar Hoff.

Die Ablehnung von Windkraftanlagen im Wildpark und im Wald sei bei der Bevölkerung der Gemeinde Weiskirchen ungebrochen. "Die überaus rege Beteiligung am Bürgerbegehren macht erneut deutlich, wie herausragend das Engagement der Bevölkerung ist, den Bergrücken des Schwarzwälder Hochwaldes in seiner natürlichen Schönheit zu erhalten und die Lebensqualität in ihrer Heimat zu bewahren", resümiert Norbert Mertes, Mitglied der Initative.

Ein weiterer Aspekt kommt aus Sicht der Vertreter der Bürgerinitiative hinzu: Die Bürger der Gemeinde fühlten sich von der CDU-FDP-GAL-Gemeinderatsmehrheit hintergangen, weil diese das eindeutige Abstimmungsergebnis bei der Einwohnerbefragung ignoriert habe. Das undemokratische Verhalten der Mehrheitsfraktionen im Gemeinderat sei vielen übel aufgestoßen, befindet die Initiative.

Wie geht es nun weiter? Die Vertrauensleute der Bürgerinitiative werden Ende August die Ordner mit den Unterstützer- Unterschriften dem Weiskircher Bürgermeister Werner Hero übergeben und hoffen, dass er und die Mehrheitsfraktionen im Gemeinderat von ihrem Vorhaben ablassen, Windindustrieanlagen in den Wald zu bauen.

"Machen sie es nicht, so folgt ein rechtlich verbindlicher Bürgerentscheid über den Bau von Windkraftanlagen im Wald innerhalb der Gemeinde Weiskirchen (und damit auch im Wildpark) - dann gehen die Bürger und Bürgerinnen wieder zur Wahlurne", kündigt die Initiative an. Das Ergebnis dieser Abstimmung ist allerdings für den Gemeinderat bindend.

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