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Stadt Saarburg baut einstige Schule zur Kita um

Stadt Saarburg baut einstige Schule zur Kita um

Wo heute Lehrer und Juristen fortgebildet werden, sollen bald Kinder spielen: Die Stadt Saarburg hat das Gebäude des Pädagogischen Landesinstituts im Blümchesfeld für rund 850 000 Euro gekauft. Sie hatte Glück: Eine Ausschreibung der Immobile war nicht nötig.

Petra Wriedt genehmigt den notariellen Kaufvertrag, den der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung mit Stadtbürgermeister Jürgen Dixius für das Gebäude im Blümchesfeld geschlossen hat. TV-Foto: Alexander Schumitz Foto: (h_sab )

Saarburg. Glücklich war Jürgen Dixius nicht, als er im Frühjahr erfuhr, dass das Land Rheinland-Pfalz sich aus der Lehrerfortbildung in Saarburg zurückziehen würde. Allerdings kann der Stadtbürgermeister dieser Entscheidung mittlerweile auch positive Seiten abgewinnen. "Mit der Schließung der Kita Auf dem Graben fehlen in der Stadt Kita-Plätze", sagt Dixius. Da sei es dann letztlich doch ein Glückstreffer, dass der Landesbetrieb für Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) das Gebäude jüngst für rund 850 000 Euro an die Stadt verkauft habe.

Auch Petra Wriedt, stellvertretende Geschäftsführerin des LBB, freut sich. Sie sagt: "Mit dem Verkauf der Immobilie leisten wir unseren Beitrag zur Stadtentwicklung. Weil in dem ehemaligen Gebäude des Pädagogischen Landesinstituts eine Kita eingerichtet werden soll, durfte es der Stadt auch ohne öffentliche Ausschreibung verkauft werden."
Die Häuser auf dem 6500 Quadratmeter großen Grundstück im Blümchesfeld wurden 1951 gebaut. Zunächst war dort die Landwirtschaftsschule Saarburg untergebracht. Aktuell werden dort noch bis Jahresende Lehrer und Juristen ausgebildet.

Bevor im nächsten Jahr jedoch Kinder in vier Gruppen das Gebäude nutzen, stehen etliche Gespräche mit mehreren Fachbehörden an. Zwar lassen sich die Seminarräume mit - so Dixius - "relativ wenig Aufwand" in Gruppenräume für Kinder umbauen. Allerdings brauche man für eine Kita auch kindgerechte Toiletten und Duschen, Wickelräume und Platz für die anfallenden Abfälle.

Stadtbürgermeister Dixius rechnet mit Umbaukosten in Höhe von rund 700 000 Euro. An diesen Kosten beteiligen sich das Land Rheinland-Pfalz und der Kreis Trier-Saarburg. Hinzu kommen Kosten für den Ausbau der Straße Blümchesfeld von etwa 650 000 Euro, der jedoch zu etwa 50 Prozent über Beiträge finanziert werde. "Das sind zwar in der Summe hohe Ausgaben für die Stadt. Dennoch investiert die Stadt gerne in die Kinderbetreuung. Wir leisten so einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf", sagt Dixius.

Ob das Land Rheinland-Pfalz weiterhin einen Teil der Rechtsreferendare in Saarburg ausbildet, wird laut Jürgen Dixius zurzeit mit dem Justizministerium verhandelt. Möglicherweise finden die Juristen in dem alten Hotel, das früher zum französischen Casino gehörte, ein neues Seminarzentrum. Noch bis Sommer 2017 nutzen sie für ihre Zwecke die Räume im Blümchesfeld weiter.