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Der Grundton im Konzerthaus

Der Grundton im Konzerthaus

Die Fusion von Orchestre Philharmonique und Philharmonie ist längst mehr geworden als eine Sache interner Organisation. Seit einigen Jahren schon sorgt das Luxemburgische Staatsorchester für den sinfonischen Grundton im Konzerthaus. Das wird sich auch 2014/15 nicht ändern - trotz einiger Modifikationen.

Luxemburg. Wer Entwicklungen nicht verpassen will, muss gelegentlich an einigen Stellschrauben drehen. Für 2014/15 hat die Philharmonie das Veranstaltungskonzept des Orchestre Philharmonique modifiziert, es aber nicht eingreifend verändert. In den sieben Konzerten der Reihe "OPL - Les grands rendez-vous" liegt der Schwerpunkt nun eindeutig auf dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, letzteres vertreten durch Strawinsky, Ravel, Zemlinsky, Blacher, Prokofjew, Webern, Strauss und Mahler.
Einmal rund um die Welt


Die erfolgreiche Serie OPL - aventure+ wurde auf vier Veranstaltungen aufgestockt, diesmal mit den Themen Spanien, Luxemburg, China und Portugal und wie bisher jeweils mit einem klingenden Epilog im Foyer.
Die Dating-Reihe mit Musik und Erläuterungen findet komplett in Französisch statt und ist damit für sprachunkundige deutsche Musikfreunde nur bedingt zu empfehlen. Die Weihnachts-, Neujahrs- und Osterkonzerte sowie die Benefiz-Veranstaltungen für die SOS-Kinderdörfer und das Rote Kreuz segeln unter dem Etikett "Fest- & bienfaisance-concerten". Die Orchester-Matineen wurden gestrichen, indessen präsentieren sich in den concerts-apéretif der "Amis de l\'Orchestre" nach wie vor OPL-Mitglieder an Vormittagen mit Kammermusik.
Auftritte des OPL ziehen sich darüber hinaus durchs gesamte Programm. Allerdings wurde die Reihe "l\'Orchestral", in der das OPL mit zwei von insgesamt fünf Konzerten vertreten war, durch die "Grands chefs" ersetzt - ohne die Luxemburger. Dafür dürfen die sich bei den "Grands orchestres", bei denen sie in der letzten Spielzeit nur formal mitmachten, in eine Reihe stellen mit Klangkörpern wie dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam oder den Wiener Philharmonikern. Da glänzen sie mit Altmeister Jiri Belohlavek am Pult und einem exquisiten Programm mit Musik von Schostakowitsch, Debussy und Ravel.
Bei den Grands Solistes sind die Luxemburger Partner von Geigerin Hilary Hahn. Bei den Grands classiques beschwört das OPL gemeinsam mit dem Sinfonischen Chor der Großregion und unter Leitung von Barock-Spezialist Ton Koopman den "schönen Götterfunken" von Beethovens Neunter. Und beim Gedenkkonzert zum Ersten Weltkrieg in den Soirées de Luxembourg ist das OPL Partner für den Robert-Schuman-Chor, den Kinderchor des Konservatoriums Ettelbrück und prominente Instrumental- und prominente Vokalsolisten, darunter Tenor Michael Schade.
Und was wäre die "Musique d\'aujord\'hui" ohne OPL-Mitwirkung - diesmal mit Dirigent Emilio Pomàrico und einem eher zahmen Programm mit Skrjabin, Schönberg, Cerha und Tsangaris im Programm. Schließlich liefert das Orchester mit zwei Ciné-concerts den musikalischen Rahmen und begleitet in den Pops die Jazz-Sängergröße Gregory Porter.
Schließlich präsentiert sich das OPL selber. Auch in der kommenden Spielzeit steht die Orches-tramania an - ein ganzer Tag Blicke hinter die Kulissen der Orchesterarbeit und zugleich Gelegenheiten zum Mitmachen.
Künstlerisch ist die Tendenz auch in der letzten Spielzeit von Chefdirigent Emmanuel Krivine unverändert. Philharmonie-Chef Stephan Gehmacher betonte: Das OPL werde sich weiter ins das deutsche klassisch-romantische Repertoire einarbeiten.