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Hochkarätig: Bluessängerin und -gitarristin Samantha Fish legt Debütalbum vor

Ein neues Gesicht für den Blues: Samantha Fish.
Ein neues Gesicht für den Blues: Samantha Fish. FOTO: Piedmont Talent
Den Namen Samantha Fish kannte bisher kaum ein Blues-Fan außerhalb von Kansas im US-amerikanischen Bundesstaat Missouri. Seit sie jedoch mit dem "Blues Caravan 2011" auf Tournee ist, gilt die 22-jährige Sängerin und Gitarristin auch hierzulande als wichtige Neuentdeckung in Sachen Blues.

Ihr bei Ruf Records im thüringischen Lindewerra erschienenes Debütalbum ,,Runaway" bestätigt ihre große Klasse. Neun der insgesamt zehn Songs der CD (Gesamtspielzeit: über 47 Minuten) stammen von Samantha selbst. Einzige Coverversion ist Tom Pettys "Louisiana Rain" (9). Schon allein hieran wird deutlich, dass die junge Blondine auch das Komponieren/ Songwriting bestens versteht. Doch "Runaway" ist kein reines Blues-Album. Samantha Fish stellt unter Beweis, mit welchen musikalischen Stilrichtungen sie im mittleren Westen der Vereinigten Staaten in Kontakt gekommen ist. "Down in the Swamp" (1) erweist sich noch als toller Blues, bei dem die Gitarrenriffs die Schwärme von Stechmücken in den Sümpfen förmlich erahnen lassen; Samanthas hier trockene, verzerrte Stimme gibt dem Ganzen einen geradezu unheimlichen Anstrich. Der Titelsong "Runaway" (2) - mit einer Länge von über sechs Minuten und einem fantastischen Gitarrensolo im Mittelteil - ist ein schneller Boogie. Bei "Today's My Day" (3) wird's dann noch mal richtig bluesig. Hier dominieren Samanthas Gesang und ihr einfühlsames Slideguitar-Spiel. "Money to Burn" (4) erinnert stark an den Hard Rock der siebziger Jahre, während sich Titel 5 ("Leavin' Kind") als Bluesrock erweist. "Soft and Slow" (7) lässt sich eindeutig der Country Music zuordnen. Bei "Push Comes to Shove" (8) steigt Album- Produzent und Blues-Music-Award- Gewinner-2010, Mike Zito, sowohl mit Gitarre als auch Gesang ein. Der Rocktitel mit dem doppelten Wechselspiel von Fish und Zito zählt zu den Höhepunkten der CD. Die Ballade "Louisiana Rain" (9) ist ein echter Schmachtfetzen und lässt wahrscheinlich bei vielen Hörern Tränen fließen. Am Ende bietet Samantha mit "Feelin' Alright" (10) dann mit einfühlsamer Stimme noch einen coolen Mitternachts-Jazz. Außer Samantha Fish und Mike Zito sind auf dem Album noch der international gefragte britische Schlagzeuger Jamie Little und Bassistin Cassie Taylor dabei. Neben Samantha Fish und Dani Wilde wirken beide auch bei dem jetzt auf Tournee nach Nordamerika gehenden "Blues Caravan" unter dem Motto "Girls with Guitars" mit. Samantha Fish legt mit "Runaway" ein rundum beeindruckendes Debütalbum vor. Es ist keineswegs vermessen, der jungen Amerikanerin im Musikgeschäft eine große Karriere vorherzusagen. Deutschlands führendes Blueslabel Ruf Records aus Lindewerra in Thüringen hat mit ihr nach zuletzt Dana Fuchs, Dani Wilde, Joanne Shaw Taylor, Erja Lyytinen oder auch Meena einen weiteren weiblichen Hochkaräter an Land gezogen. Jörg Lehn

Samantha Fish: Runaway, Ruf Records, Ruf 1169, LC 01956.