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Umjubeltes Talent und selten gespielte Musik

Umjubeltes Talent und selten gespielte Musik

Die Trierer Philharmoniker haben am Sonntag beim Matinee-Konzert im Jesuitenkolleg ihr Publikum begeistert. Trümpfe waren ein Nachwuchs-Hornist sowie Musik von Joseph und Michael Haydn und Antonio Rosetti.

Trier. Es sind zwei wesentliche Elemente, die den besonderen Reiz der nun schon im vierten Jahr bestehenden Konzertreihe "Klassik um elf" ausmachen: Unbekannte Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und die Förderung des Nachwuchses.
Fünf Mal im Jahr tritt das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Victor Puhl oder seinem Stellvertreter Jongbae Jee in der prachtvollen Promotionsaula des Trierer Jesuitenkollegs in kleiner Besetzung auf. Mittlerweile sind die Konzerte immer ausverkauft, ein sehr kundiger Kreis von Musikliebhabern trifft sich dort, um die musikalischen Leckerbissen der Sonntagsmatinee zu delektieren.
Das Konzert ist in der Regel nach einer Stunde beendet, diesmal überzogen die Akteure ein wenig; sehr zur Freude des Publikums und aus gutem Grund. Nachdem im Dezember die junge Blockflötistin Lea Sobbe mit Musik von Telemann geglänzt hatte, war nun der erst 16-jährige Hornist Karsten Hoffmann an der Reihe.
Das Concertino für Horn und Orchester in D-Dur von Michael Haydn (1737-1806) - dem Bruder des ungleich populäreren Joseph Haydn - meistert der junge Mann aus der Eifel mit Bravour. Scheinbar mühelos gelingen ihm auch die schwierigen Passagen, selbst wenn er im wahrsten Sinn solo spielt, ist ihm kein Wackler anzumerken. "Der wird Karriere machen", sagt ein Puhl nach dem Konzert und strahlt. Ebenso freut er sich darüber, dass immer wieder Anregungen aus dem Orchester selbst kommen, was die Musikauswahl und fördernswerte Talente angeht. Karsten Hoffmann spielt schon seit seinem neunten Lebensjahr das Horn, kommt aus dem heimatlichen Musikverein und ist "Jugend musiziert"-Preisträger. Zurzeit besucht er die elfte Klasse des Prümer Gymnasiums, danach strebt er eine Laufbahn als Profimusiker an.
Zu hören gibt es an diesem Sonntag dann auch noch Joseph Haydns Sinfonie Nr. 83 in g-Moll mit dem parodistischen Beinamen "La Poule" (das gackernde Huhn) und eine zauberhaft beschwingte Sinfonie Nr. 26 in D-Dur des selten gespielten Komponisten Antonio Rosetti, eines Zeitgenossen der Haydn-Brüder. Beide Stücke interpretieren die bestens disponierten Philharmoniker mit Herz und Schmelz. DT