Als Standort profilieren

IDAR-OBERSTEIN. (jst) Rund 100 Teilnehmer haben sich zu dem Kolloquium "Schmuck-Denken 2" (23. und 24. Mai) angemeldet, das in der Fachhochschule stattfindet und mit dem Idar-Oberstein sich stärker als Standort für zeitgenössischen Schmuck profilieren will.

Als "wichtigen Bestandteil zur Profilierung des Studienganges Schmuck- und Edelsteingestaltung" gerade im Hinblick auf den kommenden Masters-Abschluss bezeichnete der Professor für Schmuckgestaltung und Prodekan Theo Smeets das Kolloquium, das am heutigen Dienstag, 23. Mai, beginnt und bis einschließlich morgen, 24. Mai, dauert. "Darüber hinaus sind wir dabei, mit dieser Veranstaltung etwas zu begründen, was eine Tradition werden kann", meinte Smeets im Hinblick auf die stark gestiegene Zahl der Teilnehmer, unter denen Schmuckschaffende aus ganz Europa sind.Bedeutsam für die "Marke" Idar-Oberstein

Auch Oberbürgermeister Hans Jürgen Machwirth unterstrich die Bedeutung des Idar-Obersteiner Formdiskurses, in dessen Rahmen nun zum zweiten Mal das Kolloquium "Schmuck-Denken" stattfindet, für den Standort und die "Marke" Idar-Oberstein. "Wenn der Master-Studiengang etabliert ist, dann können wir uns bei der Rekrutierung der Studenten nicht auf Deutschland und Europa beschränken", beschrieb der Oberbürgermeister die Zukunftsperspektiven des FH-Standortes. "Obwohl Schmuck zu den anthropologischen Konstanten gehört, also zu allen Zeiten von Menschen hergestellt und getragen wurde, gibt es bislang keine konsistente Theorie des Schmucks, sondern lediglich theoretische Betrachtungen aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Disziplinen", erläuterte Willi Lindemann, künstlerischer Leiter von "Idar-Oberstein leuchtet", das langfristige Anliegen von "Schmuck-Denken". Die Veranstaltung vom vergangenen Jahr sei bislang auf sehr viel Resonanz gestoßen, was sich nicht nur an der gestiegenen Teilnehmerzahl von etwa 70 auf rund 100 ablesen lasse, sondern auch an dem Interesse eines renommierten Verlages, die Ergebnisse der Kolloquien in den kommenden Jahren als Buch herauszubringen. Gehörten im vergangenen Jahr vorwiegend Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen zu den Referenten des Kolloquiums, so wird es in diesem Jahr vor allem um Schmuck als Kunst gehen, erläuterte Lindemann: "In den letzten Jahren hat der so genannte Schmuckkünstler zunehmend an Bedeutung gewonnen, die Schmuckgestaltung ist in der Ausbildung professionalisiert worden, die künstlerische Sprache und die künstlerische Botschaft beim Schmuck ist stärker in den Mittelpunkt gerückt worden." Eine ganze Reihe von namhaften internationalen Schmuckkünstlern wurde als Referenten gewonnen - wie etwa die Deutsche Suska Mackert, der Österreicher Manfred Niesslmüller oder die Engländerin Jivan Astfalck. Hinzu kommen Schmuckexperten wie die Kunsthistorikerin und Galeristin Ellen Maurer-Zilioli, die Kunsthistorikerin und Leiterin des Schmuckmuseums Pforzheim, Cornelia Holzach und der französische Soziologe Emmanuel Gleyze. Anschaulich ergänzt werde das Kolloquium durch vier Ausstellungen, die mit Jugendstil-Schmuck aus dem böhmischen Turnov und modernem Schmuck von Studierenden aus Birmingham, Arbeiten von Suska Mackert und von der französischen Künstlergruppe "Corpus 6" sowohl historische als auch zeitgenössische Arbeiten zeigt.