Die Not mit dem Notarzt

Vor fast zwei Monaten hat der in Morbach tätige Notarzt Guy Roger Neis seinen Dienst quittiert. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), mit der Organisation des Rettungsdienstes im Kreis Bernkastel-Wittlich betraut, sucht nach einer neuen Lösung.

Warum der langjährige Morbacher Notarzt seine Arbeit eingestellt hat, bleibt unklar, die Auskünfte von Neis und der Leitstelle sind widersprüchlich. Allerdings war der engagierte Einsatz des Mediziners beinahe rund um die Uhr ebenso freiwillig, wie die plötzliche Entscheidung aufzuhören. Das mag man bedauern. Aber man wird die Entscheidung in Morbach und Umgebung schlicht respektieren müssen.Anders ist es mit der Lücke, die er hinterlässt. Damit wird man sich so schnell nicht abfinden. Immerhin geht es bei der Notfallrettung häufig um Leben und Tod. Dennoch wird die Nachfolge schwer zu lösen sein. Denn die Belastungen der Ärzte im ländlichen Raum sind ohnehin enorm. Dass die Gespräche des DRK mit Morbacher Ärzten erfolgreich sein werden, kann man nur hoffen.

In der Zwischenzeit wird es für alle Beteiligten nicht einfacher. Tagsüber und bei guter Witterung dürfte die Situation unproblematisch sein. Schließlich ist "Christoph 10" in wenigen Minuten zur Stelle. Aber man wird sehr genau hinschauen müssen, wie die Situation sich nachts, bei Regen, Nebel oder Sturm darstellt. Dann nämlich bleiben die fliegenden Helfer am Boden. Im Winter können die Notärzte von den umliegenden Krankenhäusern von Schnee und Glatteis ausgebremst werden. Auch wenn es keiner der Verantwortlichen ausspricht: Dann kann es schon eng werden.

i.rosenschild@volksfreund.de

Meinung

Es kann eng werden