Eine "reizende Gesellschaft"

SCHÖNBERG/BEUREN. (doth) In jedem Januar trifft sich in Beuren eine "reizende Gesellschaft". Die "reizen" nicht nur, sondern "stoßen" und "drücken" auch, was das Zeug hält. Dennoch ist es eine ganz friedliche Zusammenkunft, denn für Skatbrüder und -schwestern ist das Turnier von "Herz Dame" Schönberg d e r Termin des Jahres. Immerhin kann man mit Glück und Können hier bis zu 500 Euro gewinnen.

Ganze sieben Mitglieder hat der ausrichtende Verein, der in seinem Heimatdorf Schönberg längst keinen Saal mehr findet, der groß genug für den Andrang wäre. Deshalb muss es schon das große Bürgerhaus in Beuren sein, denn für dieses Turnier ist einfach kein Weg zu weit. "Wir begrüßen in jedem Jahr Skatfreunde aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und dem benachbarten Ausland", freut sich der Turnierleiter, Vorsitzender Werner Schneider, der auch Geschäftsführer der Skatsportvereine Trier ist. Gefragt, wie seine "glorreichen Sieben" ein solches Turnier auf die Beine stellen können, sagt er: "Das geht nur, wenn man sich auch auf jeder anderen Großveranstaltung blicken lässt und viel Zeit und Mühe investiert". Skat gilt leider nicht als "Sport", und so fehlt es an Sponsoren, sprich Geld. Dennoch bringt es "Herz Dame" fertig, zwischen 75 und 500 Euro für die Hauptgewinner auszuschütten, und mehr noch: Jeder vierte Teilnehmer gewinnt Geld- oder Sachpreise. Hinzu kommt immer eine reich bestückte Tombola. Nicht nur das lockt so viele Skatfreunde nach Beuren. Es ist ein offenes Turnier, das heißt: Auch wer wenig geübt ist, kann mit etwas Glück Sieger werden. Dabei hilft auch die verkürzte Distanz von nur zwei Serien zu je 48 Spielen. "Manchen Leuten laufen die Bauern halt nach", witzelt Schneider. Im Bürgerhaus Beuren gibt es bei diesem Turnier sogar eine Nichtraucherabteilung, in der die Luft deutlich reiner aussieht als im großen Saal, wo auch längst nicht jedes Bier alkolholfrei ist. Doch Skat erfordert Konzentration. Die wird von Alkohol nicht gerade gefördert.Der Mannschaftssieg geht ins Saarland

So groß und bedeutend das Turnier auch ist, drückt selbst diesen erfolgreichen Verein der Schuh: "Wir konnten nur 20 Skatschwestern begrüßen, und Jugendliche kamen gar keine", bedauert Werner Schneider. Gerade das Nachwuchsproblem lastet schwer auf dem Verein. Da half auch nicht das halbierte Startgeld für Nachwuchsspieler. Dennoch trifft sich in Beuren immer eine große Skatfamilie. Man kennt sich. "Ich kenne die Hälfte mit Namen und den Rest vom Sehen", sagt der Organisator. Und hier sind die Namen der Besten des offenen Turniers: Gesamtsieger wurde mit 3546 Punkten Rainer Weiand von Pik-Ass Daun, gefolgt von Josef Schreiber aus Saarbrücken mit 3097 Punkten und Rudolf Thommes aus Matzerath mit 3051 Punkten. Vierter wurde Udo Stadler von "Pik-7" Ralingen an der Sauer, ein Bundesligaspieler. Rang fünf belegte Erwin Maiers von Herz-Bube Bitburg mit 2973 Punkten. Der Mannschaftssieg ging an den Skat-Verein im saarländischen Losheim am See mit 10414 Punkten. Übrigens: Auch für Nichtspieler auffallend ist immer die kurze Diskussion am Ende jedes Spiels darüber, wie es hätte besser laufen können. "Leichenreden heißt das im Fachjargon", klärt Werner Schneider auf. Das gehört eben dazu.