Für die neue Hymne fehlen noch einige Sänger

Für die neue Hymne fehlen noch einige Sänger

Wir sind etwas ganz Besonderes! Wir sind Mosel! Es sind schöne Worte, die Landrätin Beate Läsch-Weber beim Mosel-Weinbautag in Bernkastel-Kues an die Winzer richtete. Als Chefin der Lenkungsgruppe der im November 2006 gegründeten "Regionalinitiative Mosel" muss sie natürlich Euphorie unters Volk streuen.

Der Begriff "Mosel", der bekanntlich viel mit Wein zu tun hat, müsse zu einer unverwechselbaren Marke werden. Hinter ihr müsse eine starke Gemeinschaft, eine Art Mosel-Fanclub, stehen, sagte sie. Professor Heinz-Dieter Quack vom Europäischen Tourismus Institut Trier, und Gerd Knebel, Geschäftsführer des Weinbauverbandes Mosel, nahmen diesen Ball nicht nur auf, sie spielten ihn sogar sportlich weiter. Denn schließlich gibt es Fanclubs auch und gerade bei Fußballvereinen. Aus einer Gruppe hochmotivierter Einzelkämpfer müsse ein Champions-League-Team geformt werden, forderte Quack. Wie bei der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land müsse eine Welle der Sympathie rollen, sagte Knebel. Dieser Gedanke müsse in jedes Haus und in jeden Betrieb, ja in jeden Kopf einziehen. Es gibt einen Gesang, der in jedem großen Fußball-Stadion ertönt: "Steht auf, wenn ihr Lautrer seid", heißt es beispielsweise auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Wird die Hymne "O Mosella" also bald von "Steht auf, wenn ihr Moselaner seid" abgelöst? Mal abwarten: Um wahrgenommen zu werden, muss ein solcher Chor eine gewisse Größe haben. Sind wir an der Mosel wirklich schon so weit? Die Unwissenheit über die Regionalinitiative sei noch weit verbreitet, ebenso Neid und Kirchturmdenken, räumt Gerd Knebel ein. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Ich bin gerne bereit, bei der ersten Chorprobe dabei zu sein und auch kräftig mitzusingen.

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